Weihnachtsgeld Der Bonus zum Fest


In diesen Tagen steht in vielen Unternehmen die Auszahlung der so genannten Jahressonderzahlung - besser bekannt als Weihnachtsgeld - an. Doch längst nicht jeder kommt in diesen Genuss.

Drei von vier Beschäftigten erhalten in diesen Tagen Weihnachtsgeld. Die Höhe ist allerdings sehr unterschiedlich. "Ein sicherer Rechtsanspruch besteht nur, wenn es verbindliche tarifliche Regelungen dazu gibt", erläutert der Vorsitzende des DGB Hamburg, Erhard Pumm. Nach Schätzungen der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di erhalten rund drei von vier Beschäftigten Weihnachtsgeld.

Eine "kann"-Leistung

Grundsätzlich ist das Weihnachtsgeld eine freiwillige Leistung des Arbeitgebers, wie die Industrie- und Handelskammer (IHK) Bochum erläutert. Neben einer tariflichen Regelung kann sich der Anspruch auf Weihnachtsgeld auch aus einer einzelvertraglichen Regelung, also dem Arbeitsvertrag, einer Betriebsvereinbarung oder einer so genannten betrieblichen Übung ergeben.

Von einer "betrieblichen Übung" kann dann ausgegangen werden, wenn der Arbeitgeber drei Jahre hintereinander vorbehaltlos Weihnachtsgeld gezahlt hat. Dann kann er im vierten Jahr die Zahlung nicht einfach verweigern. Der Beschäftigte hat dann sogar einen rechtlichen Anspruch auf die Zahlung. Einen entsprechenden Vorbehalt macht der Arbeitgeber geltend, indem er bei jeder Weihnachtsgeldzahlung darüber informiert, dass die Leistung freiwillig und jederzeit widerrufbar ist. Die Leistung kann auch von vornherein von der Ertragslage des Unternehmens abhängig gemacht werden.

Betriebszugehörigkeit könnte Höhe beeinflussen

Auch wenn das Weihnachtsgeld freiwillig gezahlt wird, dürfen die Beschäftigten nicht ohne sachlichen Grund ungleich behandelt werden. Zudem darf nicht zwischen Angestellten und Arbeitern unterschieden werden. Sachliche Gründe für eine unterschiedliche Höhe können nach IHK-Angaben allerdings die Dauer der Betriebszugehörigkeit sein, ein ungekündigtes Arbeitsverhältnis, die Höhe von Fehlzeiten, der Familienstand oder die Zahl der Kinder. Zudem kann einzelvertraglich festgelegt werden, dass ein Beschäftigter kein Weihnachtsgeld bekommt.

In den meisten Branchen sehen die Tarifverträge allerdings die Zahlung eines Weihnachtsgeldes vor. Die Höhe ist zumeist ein bestimmter Prozentsatz des Monatseinkommens und fällt je nach Branche sehr unterschiedlich aus. So bekommen nach Informationen der Hans Böckler Stiftung die Beschäftigten im Bankenbereich und in der Süßwarenindustrie 100 Prozent. In der Metallindustrie gibt es hingegen in den alten Bundesländern 55 Prozent und im Osten 50 Prozent.

Belohnung für Betriebstreue

Oft wird das Weihnachtsgeld mit dem 13. Monatsgehalt verwechselt. Nach IHK-Angaben ist das 13. Monatsgehalt "regelmäßig eine festgelegte Gehaltserhöhung, die bei Änderung oder Aufhebung des Arbeitsvertrages auf das Kalenderjahr verteilt wird". Damit sei es ein Entgelt für erbrachte Leistungen, für das nicht die Regeln des Weihnachtsgeldes angewendet werden können. Das Weihnachtsgeld im klassischen Sinne dagegen ist eine Zahlung zur Entlohnung von vergangener oder zukünftiger Betriebstreue beziehungsweise eine Zahlung als Kombination zwischen Entgelt- und Belohnungscharakter.

Ralf Beunink/DDP DDP

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