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Bezugsfertig 2021 Drogeriekette Budni baut jetzt Wohnungen - aber anders als Aldi, Lidl und Co.

Budni-Filiale in Offenburg
Budni expandiert auch in den Süden Deutschlands, wie hier in Offenburg.
© Patrick Seeger/ / Picture Alliance
Die Hamburger Drogeriekette Budni steigt in den Wohnungsmarkt ein. Bis 2021 sollen 45 Wohnungen im Hamburger Osten entstehen. Allein ist Budni mit diesem Schritt nicht, auch Aldi, Lidl und Co., bauen Wohnungen - doch aus einem anderen Grund.

Die Hamburger Drogeriekette Budni steigt in das Wohnungsgeschäft ein. Wie das Unternehmen ankündigte, sollen bis 2021 im Osten der Hansestadt 45 Sozialwohnungen entstehen. Die Zwei-, Drei-, und Vierzimmer-Wohnungen mit Größen zwischen 45 und 90 Quadratmetern sollen Solarpanels und eine Dachbegrünung erhalten, hieß es in einer Mitteilung. Gebaut wird das vierstöckige Wohngebäude auf dem Firmengelände von Budni in der Wandsbeker Königsstraße. "Dieses Bauprojekt soll einen Beitrag leisten, um dringend benötigten, bezahlbaren Wohnraum für die wachsende Stadt Hamburg zu schaffen, und um Hamburg als attraktiven Standort zu erhalten und auszubauen", sagte Cord Wöhlke, geschäftsführender Gesellschafter von Budni der "Mopo". "Steigende Mietpreise betreffen immer mehr Menschen, vor allem diejenigen, die im Niedriglohnsektor arbeiten." 

Wohnen beim Einzelhändler ist nicht neu - auch die Discounter Aldi und Lidl realisieren derzeit mehrere Neubauten. Dabei geht es allerdings meist um "städtische Anforderungen" bei den Neubauten, wie Aldi Süd zur "Immobilienzeitung" sagte. In den nachgefragten Stadtlagen sind die eingeschossigen Discountermärkte mit riesigen Parkflächen nicht mehr zu rechtfertigen, viel zu dringend wird der Grund für den Bau von Wohnungen benötigt. Also gehen die Discounter kreative Wege, um dennoch die neuen Filialen eröffnen zu können: Im Erdgeschoss planen sie ihre Filialen, darüber wird günstiger Wohnraum geschaffen. "Handelsketten dürften mit gemischt genutzten Immobilien leichter Baugenehmigungen in Städten erhalten", sagt Marco Atzberger, Mitglied der Geschäftsleitung beim Handelsinstitut EHI. 

Eine Kassiererin sitzt bei Aldi an der Kasse

Budni plant Werkswohnungen für Mitarbeiter

Budni geht nun einen anderen Weg. Zum einen baut die Drogeriekette auf dem eigenen Firmengelände, zum anderen soll das Gebäude als reine Wohnimmobilie geplant werden. Um neue Filialen geht es Budni also nicht - sondern um Wohnungen für Mitarbeiter. Denn der neu geschaffene Wohnraum soll vor allem an Budni-Mitarbeiter vermietet werden. Wöhlke erklärte beim Spatenstich, dass solche Wohnungen ein Hebel seien, um neue Mitarbeiter zu finden. "Darum hoffen wir, dass jetzt auch viele weitere Unternehmen die sinnvolle Tradition der firmeneigenen Werkswohnungen wieder aufleben lassen und für ihre Mitarbeiter Wohnraum schaffen", sagte er der "Mopo". Da die Wohnungen als Sozialwohnungen geplant sind, zielt das Immobilienangebot von Budni vor allem auf Mitarbeiter mit geringem Einkommen ab - und nicht auf die Gutverdiener in der Firmenzentrale.

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kg

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