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Neueröffnung: Drogeriemarkt Budni erobert Deutschland - mithilfe von Edeka-Kaufleuten

Die Drogeriekette Budni war lange nur in und um Hamburg vertreten. Nun expandiert die Kette in ganz Deutschland. Möglich machen das selbstständige Edeka-Kaufleute.

Budni expandiert

Budni expandiert in ganz Deutschland.

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Die Nachricht schlug ein: Vor gut zwei Jahren gaben die Drogeriekette Budni aus Hamburg und Deutschlands größter Supermarkt-Konzern Edeka ihre Kooperation bekannt. Budni brauchte einen starken Partner, um abseits der Hamburger Metropolregion durchzustarten. Und Edeka weiß, dass im Drogeriebereich noch Luft nach oben ist und gute Umsätze winken. Doch dann wurde es erstmal still. Eine Geschäftsführung für das Joint-Venture musste gefunden werden. Erst Ende 2018 gingen die ersten Budni-Filialen in Berlin an den Start. Doch nun nun drückt die Drogeriekette aufs Gas bei der Expansion.

Am 11. April eröffnet in Bamberg der bundesweit erste Budni, der von einem selbstständigen Edeka-Kaufmann geführt wird. Auf 670 Quadratmetern soll diese Filiale ein Mix aus coolem Café, Drogerie und Biomarkt sein, berichtet die "Lebensmittelzeitung". Verantwortlich ist Olaf Birger, der das E-Center betreibt, unter dessen Dach nun auch die Budni-Filiale schlüpft. Die Idee hat die Edeka-Region Nordbayern-Sachsen-Thüringen gemeinsam mit Budni entwickelt. 

Budni will Deutschland erobern

Anfang 2018 hatte bereits eine gemeinsame Budni-Filiale in Bremerhaven eröffnet. Dort gibt es allerdings keine gemeinsame Geschäftsführung durch einen Kaufmann wie in Bamberg, sondern die Regie übernimmt die Edeka-Region Minden-Hannover, berichtete die "LZ". Allerdings war es der erste Budni-Markt, der von Edeka betrieben wird. Laut "LZ"-Informationen sollen noch 17 weitere Budni-Märkte bei Edeka in Arbeit sein.

Es gibt also ganz klar zwei Strategien: Zum einen treibt Budni die Eroberung der Republik im Alleingang voran - so wie in Berlin. Für das Drogerieunternehmen waren die beiden Läden in der Hauptstadt ein enormer Schritt, denn Budni hatte sich bis dahin nur auf Hamburg und Umgebung konzentriert. Pro Jahr eröffnet Budni zwischen sechs und zehn Läden - und die sollen nun auch in Berlin entstehen. Der zweite Kanal ist die Zusammenarbeit mit Edeka. In dem Gemeinschaftsunternehmen wird Einkauf, Marketing, Werbung, Kommunikation, Ladenbau und IT gebündelt, gemeinsam will man ein Drogerieunternehmen entwickeln. Laut der "LZ" glaube der Edeka-Chef Markus Mosa an jährlich 50 Standorte.

Von der Zusammenarbeit wollen beide Partner profitieren: Edeka sieht im Drogeriegeschäft noch Wachstumschancen und will das Feld offenbar den Platzhirschen dm und Rossmann nicht kampflos überlassen. Mit den Doppelstandorten - Supermarkt plus Drogerie - kann man bei Kunden punkten, weiß Edeka. 

Budni profitiert von der Edeka-Kooperation

Für Budni ist diese Zusammenarbeit dringend notwendig gewesen, denn die kleine Drogeriekette mit nicht einmal 200 Filialen war zum Übernahmekandidaten geworden. "Wir können unternehmerisch eigenständig bleiben und haben zugleich Edekas Marktmacht und Kompetenz im Rücken", sagte Budni-Geschäftsführer Christoph Wöhlke zu "Brandeins". Für Budni ist die Kooperation mit Edeka auch deshalb so wichtig, weil das Unternehmen zu klein ist, um mit entsprechender Marktmacht verhandeln zu können. Die Konkurrenten dm und Rossmann verfügen beide europaweit über rund 3500 Filialen. Solche Unternehmen können Ware zu deutlich besseren Konditionen beziehen. 

Doch laut der "LZ" sind von der Zusammenarbeit bei Edeka nicht alle begeistert. Bislang haben nur drei der sieben Edeka-Regionen konkrete Pläne, Drogerien voranzutreiben. In der Region Südbayern würden Pläne noch geprüft, berichtet die "LZ". Rhein-Ruhr, Hessenring und Nord sind erstmal nicht interessiert. Immerhin: Der Budni in Bamberg soll nicht der einzige in der Region bleiben. Zeitnah sollen zwei weitere Filialen eröffnen. 

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kg