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Steigende Mieten in den Städten Deutsche Wohnen deckelt eigene Mieten – doch der Mieterverein bleibt skeptisch

Deutsche Wohnen deckelt Mietpreis
Deutsche Wohnen deckelt Mietpreis
© elxeneize / Getty Images
Der Wohnungskonzern Deutsche Wohnen will die eigenen Mieten deckeln. Mieter sollen demnach nicht mehr als 30 Prozent ihres Nettoeinkommens für Kaltmiete zahlen. Der Mieterverein glaubt nicht, dass dieser Vorstoß viel helfen wird.

Seit Monaten wird in Deutschland gestritten, wie die brutal steigenden Mieten in den Ballungszentren und Städten aufgehalten werden können. Eine Initiative in Berlin will die großen Wohnungskonzerne wie Vonovia enteignen. Nun sorgt einer dieser Immobilienkonzerne für einen Vorstoß.

Die Deutsche Wohnen, die Nummer 2 hinter Vonovia in Deutschland, will Mieterhöhungen künftig begrenzen. Demnach sollen Mieter ab Juli nach einer Erhöhung maximal 30 Prozent des Nettoeinkommens für die Miete einer angemessenen Wohnfläche aufwenden müssen. Jede vierte Neuvermietung solle an Menschen mit Anspruch auf einen Wohnberechtigungsschein gehen. Dieses Konzept des Wohnungskonzerns kann als direkte Reaktion auf den Berliner Mietendeckel verstanden werden. Die Regierung in der Hauptstadt hatte kürzlich beschlossen, dass die Mieten in Berlin fünf Jahre lang eingefroren werden. 

Deutsche Wohnen erklärte zu seinem Konzept, dazu gehöre, dass kein Mieter seine Wohnung durch eine Modernisierung verlieren solle. Mieterhöhungen nach Modernisierungen werde der Konzern daher nicht vornehmen, wenn und soweit dadurch die Jahresbruttowarmmiete für eine bedarfsgerechte Wohnung mehr als 30 Prozent des jährlichen Nettoeinkommens eines Mieters und der im Haushalt lebenden Menschen betragen würde. Dies gelte zum Zeitpunkt der Zustellung der Mieterhöhung.     

Das Unternehmen kündigte zudem eine Wohnungstauschbörse an, etwa für ältere Ehepaare, die ihre große Wohnung nicht mehr benötigten. Für soziale und gemeinnützige Projekte wolle die Deutsche Wohnen jährlich sechs Millionen Euro ausgeben.

Mieterverein bleibt kritisch

Der Mieterverein sieht den Vorstoß kritisch. "Ich gehe nicht davon aus, dass das Ganze Schule machen wird", sagte Geschäftsführer Reiner Wild am Montag auf dpa-Anfrage. Das Problem hinter der Idee, so Wild, sei der Umstand, dass viele Mieter ihre Einkommensverhältnisse gegenüber Vermietern nicht ständig offen legen wollten und deshalb das Konzept auch wohl in solchen Fällen nicht zur Anwendung kommen werde.

Fraglich bleibt, in wie weit dieser Verstoß als Strategieschwenk oder doch nur als PR-Idee zu verstehen ist. Klar ist, dass zunehmend die Wohnungskonzerne in die Kritik geraten. Denn während die Bevölkerung unter den hohen Mieten ächzt, fahren die Firmen satte Gewinne im Milliardenbereich ein. Nicht nur radikale Initiativen reagieren darauf, sondern auch ein breites Bündnis aus der Bevölkerung - und inzwischen die Politik. 

kg / mit Agentur

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