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Fünf Urteile zu Schwarzarbeit und Handwerkerpfusch Wenn der Elektriker durchs Dach kracht

Beim Hausbau kann man in vielerlei Hinsicht schmerzhaft auf die Nase fallen
Beim Hausbau kann man in vielerlei Hinsicht schmerzhaft auf die Nase fallen
© Colourbox.de
Pfusch am Bau kann ziemlich viel Nerven und Geld kosten. Regelmäßig streiten sich Bauherren und Handwerker vor Gericht. Fünf aktuelle Urteile aus dem Baurecht.
Von Daniel Bakir

Beim Hausbau steht meist für beide Seiten viel auf dem Spiel. Für den Bauherren geht es um die private Zukunft, für die Baufirma um die berufliche Existenz. Läuft etwas schief, treffen sich die Vertragspartner nicht selten vor Gericht. Wobei das mit dem Vertrag so eine Sache ist. Denn viele Arbeiten laufen unter der Hand, also schwarz. Das kann die Sache weiter verkomplizieren, sollte es zum Streit kommen. Fünf aktuelle Urteile:

Wer schwarzarbeitet, kann den Lohn nicht einklagen

Vergangene Woche sorgte ein Richterspruch des BGH zur Schwarzarbeit für Aufsehen. Ein Handwerker kann demnach seinen Lohn nicht einklagen, wenn er schwarzgearbeitet hat (Az. VII ZR 241/13). In dem Fall aus Norddeutschland hatte eine Elektriker-Firma mit dem Bauherrn vereinbart, 13.800 Euro per Rechnung und 5000 Euro schwarz auf die Hand zu erhalten. Letztlich zahlte der Bauträger nur den offiziellen Teil der Rechnung. Da der Elektriker gegen das Gesetz zur Schwarzarbeit verstoßen hatte, konnte er den Rest nicht einklagen.

Wer Schwarzarbeit in Auftrag gibt, kann genauso reinfallen

Umgekehrt kann auch derjenige, der Schwarzarbeit in Auftrag gibt, als der Dumme dastehen. 1800 Euro in bar zahlte eine Frau für die Pflasterung der Auffahrt zu ihrem Grundstück. Doch das Pflaster erwies sich als wenig stabil. Bei einem ordentlichen Vertrag hätte die Hausbesitzerin nun eine Beseitigung des Mangels verlangen können. Da sie aber bewusst Schwarzarbeit in Auftrag gegeben hatte, blieb sie nach einem Urteil des BGH auf dem Schaden sitzen (Az. VII ZR 6/13).

Wenn die Baufirma es nicht hinbekommt

Schließen die Parteien einen ordnungsgemäßen Werkvertrag, hat der Auftraggeber das Recht auf die Beseitigung etwaiger Mängel. Das kann aber auch zum Fluch werden: Eine Baufirma hatte in einem Einfamilienhaus eine Haustür so eingebaut, dass sie sich nicht schließen ließ. Auch beim Versuch dies zu beheben, stellte sich die Firma nicht besonders geschickt an. Nach dem vierten Nachbesserungsversuch reichte es dem Hausbesitzer: Er behielt einen Teil des Geldes ein, um eine andere Firma mit der Reparatur zu beauftragen. Doch das OLG Hamm winkte ab: Der Hausbesitzer muss der ersten Firma eine weitere Chance geben, mit dem Austausch der Tür ihren Fehler wiedergutzumachen (Az. 21 U 86/12).

Der Handwerker, der durchs Dach krachte

In einem anderen Fall lag der Schaden beim Handwerker. Ein Elektriker sollte auf einem Flachdach eine Photovoltaik-Anlage installieren. In das Dach waren allerdings Lichtfelder aus transparentem Plastik eingelassen. Als der Elektriker auf ein solches trat, brach er ein und stürzte sieben Meter tief. Weil der Auftraggeber das Lichtfeld nicht gesichert hatte, verklagte der Handwerker ihn auf 27.000 Euro Schmerzensgeld. Das OLG Hamm entschied, der Elektriker hätte als Fachmann die Gefahr selbst erkennen und entsprechende Sicherungsmaßnahmen veranlassen müssen (Az. 11 W 15/14).

Häuschen gewünscht, Palast geplant

Auch mit dem Architekten kann es Ärger geben, etwa, wenn dieser einen Plan vorlegt, dessen Baukosten doppelt so hoch sind wie vorgegeben. Wenn der Kostenrahmen derart gesprengt wird, muss der Bauherr den Architekten für den unbrauchbaren Plan nicht bezahlen, entschied der BGH (Az. VII ZR 230/11).


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