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Warnung des IWF: Übertriebene Hauspreise: In diesen vier deutschen Städten droht eine Immobilienblase

Der Internationale Währungsfonds betrachtet die explodierenden Immobilienpreise in Deutschland mit Sorge. Vor allem in vier Großstädten hält er die Preise für Häuser und Wohnungen für nicht mehr gerechtfertigt.

München

In München sind die Immobilienpreise aus Sicht der IWF-Experten viel zu hoch.

Getty Images

Die Nationalelf ist bei der WM kläglich gescheitert, die Bundesregierung zerlegt sich im Asylstreit - doch wirtschaftlich gesehen geht es dem Land bestens. Der Internationale Währungsfonds stellt Deutschland in seinem Jahresbericht jedenfalls ein sehr gutes Zeugnis aus: ein robustes Wirtschaftswachstum, gepaart mit extrem niedriger Arbeitslosigkeit und zuletzt sogar steigende Löhne. Eigentlich alles in Butter.

Nur eine Sache bereitet den IWF-Ökonomen Sorgen: die Immobilienpreise in deutschen Großstädten. In den meisten Regionen Deutschlands sind die Preise für Häuser und Wohnungen laut IWF zwar vollkommen im Rahmen. Doch in einigen Großstädten sind die Preise in den letzten Jahren so aus dem Ruder gelaufen, dass die Experten klare Anzeichen für eine Überbewertung sehen.

Immobilienpreise bis zu 46 Prozent zu hoch

Betrachtet man die Immobilienpreise im Verhältnis zu anderen Fundamentaldaten wie der Entwicklung der Einkommen und der Mieten, so lägen diese in den sieben größten Städten im Schnitt um 21 Prozent über dem, was angemessen wäre, schreiben die IWF-Experten. Vier deutsche Großstädte stechen besonders heraus:

  • Am überhitztesten ist der Immobilienmarkt in München. In der bayerischen Landeshauptstadt lagen die Preise 2017 laut IWF um 46 Prozent über dem Niveau, das angesichts der sonstigen Fundamentaldaten angemessen erschien.
  • Ebenfalls deutlich überteuert sind Hannover, Hamburg und Frankfurt, hier sind die Preise laut den Berechnungen um 25 bis 30 Prozent zu hoch.
  • Für Stuttgart und Düsseldorf konstatieren die Experten noch eine Überbewertung von 10 bis 15 Prozent, wobei der Trend hier zuletzt gestoppt worden sei.

Als Hauptgrund für die steigenden Preise gelten die nach wie vor extrem niedrigen Zinsen sowie das knappe Angebot in den Metropolen.

Wie gefährlich ist die Entwicklung?

Auch im europäischen Vergleich erscheint den IWF-Experten die Preisentwicklung in deutschen Großstädten als zu stark. Sie verweisen darauf, dass etwa in Kopenhagen, Madrid oder Rom die Einkommen schneller steigen als die Häuserpreise. Die Bundesbank, auf deren Daten sich der IWF unter anderem bezieht, hatte bereits im Frühjahr überhitzte Preise in einigen deutschen Großstädten festgestellt, die Risiken einer platzenden Blase aber als gering eingestuft.

Ob die Blasen-Entwicklung in den Städten eine Gefahr für die finanzielle Stabilität des Immobiliensektors darstellt, lässt der IWF in seiner Studie letztlich offen. Um dies abschließend beurteilen zu können, fehlten einige wichtige Daten, heißt es in dem Report. So empfehlen die Autoren, mehr Daten über einzelne Kreditvergaben und regionale Unterschiede bei der Kreditvergabe zu erheben. 

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