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Mülltrennung Hurra, die Wertstofftonne kommt


Der Bundestag macht den Weg frei für die Wertstofftonne. Für den Verbraucher wird es in Zukunft leichter, den Müll zu recyceln: Er darf seine Abfälle aus Plastik und Metall ab 2013 in eine einzige Tonne werfen.

Der Bundestag hat mit den Stimmen von Union und FDP das Kreislaufwirtschaftsgesetz verabschiedet. Es sieht die Einführung der Wertstofftonne vor. Die neue Tonne soll ab 2013 vor den ersten Haustüren stehen und ab 2015 bundesweit verfügbar sein. Elektrogeräte sollen die Haushalte aber entgegen früherer Forderungen weiterhin getrennt entsorgen.

Der Verbraucher muss aber wohl keine zusätzliche Tonne aufstellen: In der Koalition wird erwogen, die gelbe Tonne und den gelben Sack abzuschaffen und alle recycelbaren Produkte, also auch Abfälle mit grünem Punkt, in einer Tonne zu sammeln. Künftig könnte so der alte Kochtopf und die Shampooflasche in einer Tonne entsorgen werden. "Im Moment haben wir 28 Kilo Leichtverpackungen, die in die gelbe Tonne oder den gelben Sack oder vor allem im Süden der Republik Richtung Wertstoffhof wandern", sagt der FDP-Umweltpolitiker Horst Meierhofer. Was bisher im Restmüll lande und zusätzlich als Wertstoff erfasst werden könnte, seien jährlich weitere sieben Kilogramm pro Einwohner. Insgesamt liege das Volumen also bei 35 Kilogramm.

Weniger Restmüll ist das Ziel

In Zukunft hat Müllvermeidung Priorität, gefolgt von der Wiederverwendung, zum Beispiel über Pfandflaschen, und dem Recycling. Zudem sollen Abfälle vermehrt energetisch genutzt werden, etwa Biomüll in Biomasseanlagen. Nur als letzte Option soll Müll verbrannt werden. Wegen der Priorität der Wiederverwertung heißt das Gesetz Kreislaufwirtschaftsgesetz. Es soll helfen, die Recyclingquote bei Abfällen von insgesamt knapp 65 Prozent weiter zu steigern. Die Opposition sagt, das Gesetz sei kein großer Wurf, da die angestrebten Quoten bereits heute schon oft erreicht würden. Die Grünen fordern im Kampf gegen Plastikmüll Abgaben auf Plastiktüten - in Irland sei so die Tütenzahl um 90 Prozent gesenkt worden.

Das erbitterte Ringen um das Gesetz hat allerdings wenig mit der Umwelt zu tun. Hier geht es vor allem um das Geschäft. Kommunen und private Unternehmen kämpfen um den Müll, sagt der FDP-Politiker Michael Kauch. Viele Einzelheiten des künftigen Wertstoffgesetzes müssen noch geregelt werden, vor allem die Finanzierung des Systems. Auf den Bürger sollen aber keine Mehrkosten zukommen.

Kra/DPA/AFP DPA

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