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Recycling: Mülltrennung - Was gehört in welche Tonne?

Mülltrennung ist nicht einfach. Ein kleines Müll-Einmaleins.

In der geplanten Orangen Tonne sollen Wertstoffe verstärkt gesammelt werden. Dabei ist Mülltrennung bereits heute kompliziert. Denn kaum einer weiß genau, welcher Abfall in welche Tonne soll.

Die Orange Tonne macht die Mülltrennung nicht schwieriger, sondern einfacher. Heute sollen Wertstoffe nämlich auf den Recyclinghöfen abgegeben werden. Wegen der extra Fahrt zum Hof landen sie aber meist im Restmüll.

Biotonne (Braune Tonne)

In die Biotonne gehören alle kompostierbaren Abfälle. Dazu gehören biologische Küchenabfälle, Essenreste, Gartenabfälle wie Fallobst oder Rasenschnitt sonstige biologische Abfälle wie Holzreste und Haare. Steine und Bauschutt gehören nicht hinein. Die Biotonne macht am meisten Kummer und Arbeit. Bei warmen Temperaturen entwickelt sie schnell ein biologisches Eigenleben. Die empfohlene Aufstellung im Schatten nützt wenig. Es empfiehlt sich, möglichst wenig Flüssigkeit hineinzugeben, Abfälle in Zeitungspapier einzuschlagen. Gekochte Essensreste und Fleisch sollten nicht zum Biomüll gegeben werden. Im Winter kann der Inhalt in der Tonne festfrieren, einzige Lösung wäre die Aufbewahrung an einem warmen Ort. Die Tonne sollte regelmäßig gesäubert werden.

Altpapier (Blaue Tonne)

In die blaue Tonne kommen alle Abfälle aus Papier. Das sind Zeitungen, Zeitschriften, alle Verpackungen aus Papier oder Pappe, aber auch Umzugskartons. Nicht zum Altpapier gehören gebundene Bücher, Tapeten und beschichtete Kartons wie Tetra-Paks.

Verpackungen (Gelbe Tonne – Gelber Sack)

Die gelbe Tonne bzw. der gelben Sack gehört zum sogenannt Dualen System. Leider sind Kennzeichnung und Zuordnung ausgesprochen verwirrend. Die Tonnen sind meist gelb, das Zeichen ist jedoch grünes. Verpackungen mit dem grünen Punkt sollen in den gelben Sack, aber nur wenn sie nicht aus Papier oder Pappe (Altpapier) oder Glas (Altglascontainer) bestehen. In die gelbe Tonne gehören also Verpackungen aus Kunststoffen, Metall und Verbundstoff. Verbundstoffe sind zum Beispiel Getränkekartons, bei denen das Material aus einer Mischung von mehreren Stoffen besteht. Mit der Einführung der Wertstofftonne ist das Schicksal des Gelben Sacks und der Gelben Tonne ungewiss. Vermutlich werden sie verschwinden. Die Stoffe, die bisher mit ihnen gesammelt wurden, werden dann in die Wertstofftonne kommen

Restmüll (Graue Tonne)

In die graue Restmülltonne gehören alle nicht verwertbaren Abfälle. Zu dem Sammelsurium zählen Porzellan- und Keramikscherben, kalte Asche und Zigarettenreste, Windeln und Hygieneabfälle, Schaumgummi, Glühbirnen, Lumpen und Tapeten. Einige Entsorger empfehlen, Fleisch, Knochen, Fisch und gekochte Speisereste in den Restmüll zu geben, um Probleme mit der Biotonne zu vermeiden. Nicht in die Restmülltonne gehören Elektrokleingeräte und Problemabfälle wie Lacke, Leuchtstoffröhren, Lösungsmittel, Batterien und Akkus

Wertstoffe (Orange Tonne)

Noch ist unklar, ob eine weitere Tonne kommt oder ob die Wertstoffe gemeinsam mit der Gelben Tonne eingesammelt werden. Es spricht aber einiges dafür, dass die Gelbe Tonne von der Wertstofftonne abgelöst wird. In Berlin gibt es bereits eine orange Box. Hier werden Alt-Textilien, defekte Elektrogeräte, Metalle und Holz gesammelt. In Leipzig wurde die "Gelbe Tonne Plus" eingeführt. Zusätzlich zu den Verpackungen, die ohnehin in die Gelbe Tonne gehören, werden in Leipzig Gegenstände aus Metall, Kunststoffen oder Verbundmaterialien eingesammelt. Beim System "Gelbe Tonne Plus" bleibt es beim der bisherigen Abholung. Für eine Orange Tonne benötigt der Verbraucher einen weiteren Stellplatz und muss die neue Tonne zur Abholung an die Straße stellen. Bisher können Elektrokleingeräte und Wertstoffe schon bei den Recyclinghöfen abgeben werden. Die Akzeptanz ist jedoch gering. Einfach gesagt: Kleinere Geräte und überschaubare Mengen an Wertstoffen verschwinden im Hausmüll. Nur wenn der Abfall nicht mehr in die Tonne passt, wird zum Recyclinghof gefahren.

Problemabfälle und Sondermüll

Sondermüll und Problemabfälle werden auf dem Recyclinghof abgeben, in ländlichen Gebieten gibt es den Einsatz von Recyclingmobilen. Zu den Problemabfällen zählen unter anderen Abbeiz-, Holzschutz-, Reinigungs- u. Pflegemittel, alle Formen von Chemikalien, Schädlingsbekämpfungs- und Desinfektionsmittel. Dazu kommen Laugen, Säuren, Farben und Lacke alle Art. Aber auch Kosmetikartikel, Medikamente und Leuchtstoffröhren bzw. Energiesparlampen zählen zum Sondermüll.

Altglas (Container)

Altglas wird in bereitgestellten Containern gesammelt und nicht abgeholt. Die Container stehen an festen Plätzen. Auf den sogenannten Recyclinghöfen sind ebenfalls Glascontainer aufgestellt. Anders als bei den verschiedenen Tonnen, muss das Altglas gesammelt werden und gelegentlich zu den Containern gefahren werden. Das Einwerfen zu Ruhezeiten ist häufig untersagt. An den Stationen wird immer zwischen Weiß- und Buntglas unterschieden. Häufig gibt es noch eine Differenzierung zwischen braunem und grünen Glas. Nicht in die Altglassammlung gehören Steingutflaschen oder Gefäße aus Metall, Keramik oder Porzellan. Aber auch Fensterglas oder feuerfestes Glas soll nicht in Container. Verschlüsse und Korken müssen entfernt werden. Etiketten sind unproblematisch.

Altkleidersammlungen

Für Kleidersammlungen gibt es fest aufgestellte Container, sie stehen auch auf den Recyclinghöfen. Mancherorts fahren auch Firmen nach Vorankündigung die Straßen ab. Bei der Altkleidersammlung handelt es sich nicht um eine Form der Müllentsorgung. Ziel ist es, gebrauchte Kleidung weiterzuverwenden. Nur der unbrauchbare Ausschuss (Lumpen) wird als Rohstoff recycelt. Ein Teil der Kleidung wird von karitativen Organisationen an Bedürftige weitergegeben, der Großteil kommerziell verwertet.

Kra