Wohneigentum Jetzt noch schnell bauen?


Von Januar an entfällt die staatliche Förderung von Wohneigentum. Bauherren müssen neu rechnen.

Aus dem Traum von den eigenen vier Wänden werden von nun an noch viel mehr Luft schlösser entstehen. Die neue Regierungskoalition aus Union und SPD beschert dem Wohnimmobilienmarkt einschneidende Änderungen. Bislang konnten Bauherren und Immobilienkäufer einige tausend Euro an Vergünstigungen bei der Finanzierung einplanen - zum Beispiel als Sondertilgungen. Damit macht Schwarz-Rot bald Schluss.

Gekürzt wird die Entfernungspauschale. Die ersten 20 Kilometer zwischen Wohn- und Arbeitsort werden steuerlich nicht mehr berücksichtigt. Erst vom 21. Kilometer an erhalten Pendler eine Gutschrift. Das trifft besonders diejenigen, die an den Stadtrand oder in den Vorort gezogen sind - sie können ihre Fahrten zur Arbeit künftig nicht mehr steuerlich geltend machen.

Die Eigenheimzulage

fällt in jedem Fall bereits von Januar an weg. Für viele Bauwillige stellt sich deshalb die Frage, ob sich die Anschaffung noch in diesem Jahr lohnt - Zulage inklusive. Experten raten hier zu einem kühlen Kopf. "Niemand sollte überstürzt und zu teuren Konditionen finanzieren, nur um in den Genuss der Eigenheimzulage zu kommen", warnt Robert Haselsteiner, Vorstandschef der Bauzins-Maklerfirma Interhyp. Er geht noch weiter: "Wer für die Finanzierung auf die Zulage angewiesen ist, sollte die Finger davon lassen." Zumal Kurzentschlossene Gefahr laufen, "Last Minute"-Anbietern aufsitzen, die noch schnell minderwertige Immobilien oder Bauvorhaben losschlagen wollen.

Empfehlenswert ist der Abschluss eines Kaufvertrags oder das Einreichen eines Bauantrags bis zum 31. Dezember 2005 nur für Verbraucher, die mit ihren Planungen schon weit vorangekommen sind. Für sie gilt: Wer eigentlich im Februar loslegen wollte, sollte sich schon bis Ende Dezember entscheiden.

Auch Vermieter müssen demnächst neu kalkulieren. Die neue Bundesregierung will Steuervorteile für vermietete Neubauten streichen. Bislang konnten in den ersten zehn Jahren vier Prozent der Baukosten steuerlich abgesetzt werden, in den Folgejahren noch 2,5 beziehungsweise 1,25 Prozent. "Ohne diese Steuerzugabe rentiert sich Wohnungsbau für viele Investoren nicht mehr", sagt Jürgen Michael Schick, Vizepräsident des Immobilienverbandes Deutschland.

Frank Donovitz print

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