Adecco-Chef Jacobs Rekordspende für Bremer Privat-Uni


Klaus Jacobs, Adecco-Chef und Kaffee-Milliardär, will der International University Bremen (IUB) 200 Millionen Euro spenden. Noch nie hat eine deutsche Bildungseinrichtung eine derart hohe Einzelspende erhalten. Dafür muss sie ihren Namen hergeben.

Er wolle der deutschen Geschäftswelt als Vorbild dienen und sie zu mehr philanthropischem Denken anregen, sagte der 69-jährige Chef von Adecco, dem weltgrößtem Personaldienstleister, der Financial Times. Die bislang größte Spende an eine Bildungseinrichtung belief sich nach Angaben der IUB auf 40 Mio. Euro.

"Deutschland lebt seit 50 Jahren in Frieden, das Land ist reich. Es gibt keinen Grund dafür, warum deutsche Unternehmen nicht noch mehr für Bildung und Wissenschaft tun sollten. In vielen anderen Ländern ist das so", sagte Jacobs. Die deutsche Geschäftswelt sei "erschreckend zurückhaltend", wenn es darum gehe, die höhere Bildung zu unterstützen.

Umbenennung in "Jacobs University Bremen"

Während im angelsächsischen Raum Großspenden reicher Geschäftsleute nicht ungewöhnlich sind, kommt so etwas in Deutschland höchst selten vor. "Was in Großbritannien geschieht, sollte auch in Deutschland geschehen", sagte Jacobs.

Die Privatuniversität IUB werde in "Jacobs University Bremen" umbenannt, sagte Jacobs und kündigte an, sich nicht in die Festlegung der akademischen Prioritäten einmischen zu wollen. Die 1999 gegründete IUB war die erste große Privatuniversität Deutschlands in ihrer Art. Nachdem sie statt der angepeilten 250 Mio. Euro Startkapital nur 70 Mio. Euro auftreiben konnte, hatte sie mit Finanzproblemen zu kämpfen.

Sorge, dass Professoren gehen könnten

Jacobs sagte, es habe "finanzielle Schwierigkeiten" an der Universität gegeben. Er trage Sorge, dass Professoren gehen könnten: "Wenn das Schiff sinkt, verlassen die Ratten das Schiff als erste", sagte er. Jacobs hofft, mit seiner Spende die Lage stabilisieren zu können.

In akademischen Kreisen dürfte die Spende vermutlich als Hinweis darauf begrüßt werden, dass die Geschäftswelt erkennt, welche Rolle sie bei der Förderung höherer Bildung spielen sollte. Deutsche Universitäten und Hochschulen klagen regelmäßig über zu geringe Mittel.

Jacobs ist in Bremen geboren und lebt mittlerweile im britischen Cambridge, hat aber durch den Kaffeeröster Jacobs AG immer noch enge Bande in seine Heimat. Sein Privatvermögen wird vom Schweizer Wirtschaftsmagazin "Bilanz" auf 2 bis 3 Mrd. Schweizer Franken geschätzt.

Von Hugh Williamson FTD

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker