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arbeiten-ausland: Arbeiten in den Niederlanden

Mit Englisch kommt man zwar sehr weit, Grundkenntnisse in Niederländisch sollte aber mitbringen, wer hier arbeiten möchte. Von Hochschulabsolventen wird erwartet, dass sie die niederländische Sprache fließend beherrschen, auch wenn das Stammunternehmen seinen Sitz im Ausland hat.

Arbeitserlaubnis: Staatsangehörige der Mitgliedstaaten der Europäischen Union und des Europäischen Wirtschaftsraums benötigen keine Arbeitserlaubnis. Bürger anderer Staaten benötigen sie und erhalten sie nur, wenn der angestrebte Arbeitsplatz nicht mit einem Niederländer oder EU-Bürger besetzt werden kann.

Arbeitsvertrag: In der Regel wird der Arbeitsvertrag schriftlich verfasst. Im Vertrag sollten Informationen über die Höhe des Gehaltes, zusätzliche Zuwendungen wie evtl. Prämien, Firmenwagen etc., die Arbeitszeit, der Urlaubsanspruch und die Probezeit enthalten sein. Die Probezeit beläuft sich in der Regel auf zwei Monate. Häufig werden Jahresverträge mit automatischer Verlängerung abgeschlossen, in diesem Fall beträgt die Probezeit generell drei Monate. Während der Probezeit kann der Vertrag von beiden Seiten jederzeit gelöscht werden. Nach der Probezeit kann das Arbeitsverhältnis jederzeit im gegenseitigen Einvernehmen gekündigt werden, dann verliert der Arbeitnehmer allerdings seinen Anspruch auf Arbeitslosenunterstützung. Ansonsten gelten die gesetzlichen Bestimmungen, die einige Ausnahmen und Sonderregelungen beinhalten. Arbeitszeit: Zahlreiche Tarifverträge sehen eine Wochenarbeitszeit von 38 bis 40 Stunden vor, ohne dass dies für die Berechnung der Überstunden Folgen hätte. Die tägliche Arbeitszeit ist im Allgemeinen auf siebeneinhalb oder acht Stunden verkürzt worden.

Aufenthaltsgenehmigung: Um sich länger als drei Monate in den Niederlanden aufhalten zu können, muss direkt nach der Einreise eine Aufenthaltsgenehmigung (Verblijfsvergunning) beantragt werden. Bearbeitet wird der Antrag von der Ausländerpolizei (Vreemdelingenpolitie) am jeweiligen Wohnort. Innerhalb von sechs Monaten muss über den Antrag entschieden worden sein. Wird die Genehmigung erteilt, sind auch die Familienangehörigen aufenthaltsberechtigt.

Gehalt: Das Gesetz sieht ein Mindesteinkommen vor, das für alle Berufsgruppen gilt. In bestimmten Branchen ist ein 13. Monatsgehalt üblich, das am Ende des Jahres gezahlt wird. Urlaubsgeld wird meist im Juni gezahlt und ist in allen Berufsbereichen üblich. Im Durchschnitt beträgt es acht Prozent des Jahreslohns. Bei einem gewöhnlichen Arbeitsplatzwechsel können Arbeitnehmer mit einem maximal zehn Prozent höheren Gehalt rechnen. Fachleute und Hochschulabsolventen erhalten häufig zusätzliche Vergünstigen für ihre Tätigkeit, wie z.B. einen Firmenwagen, Repräsentationsfonds, Erstattung von Telefon- und Telefaxgebühren. Lohnsteuer und Sozialversicherungsbeiträge werden vom Arbeitgeber einbehalten. Die Löhne in den Niederlanden liegen durchschnittlich um zehn bis 15 Prozent niedriger als die deutschen.

Soziale Absicherung: Grundsätzlich sind alle Arbeitnehmer vom System der sozialen Sicherung erfasst. Der Arbeitgeber zieht die Beiträge zur Alters- und Hinterbliebenenversicherung ganz und die zur Kranken-, Krankengeld-, Arbeitslosen- und Invaliditätsversicherung zu einem festgesetzten Teil vom Monatseinkommen ab. Es gilt als unerlässlich, eine zusätzliche Krankenversicherung abzuschließen. Je nach Höhe des Einkommens kann es sich dabei um sogenannte »Ziekenfonds« oder einen Privatversicherer handeln. Für die Anmeldung ist jeder selbst verantwortlich. Ab 65 Jahren hat jeder Anspruch auf Altersrente, wobei die Höhe jedoch von einer Reihe von Voraussetzungen hinsichtlich des Wohnsitzes und der Arbeitsjahre in den Niederlanden abhängt.

Lohnfortzahlung im Krankheitsfall: Nach zwei Karenztagen erhält der Arbeitnehmer während der gesamten Krankheitsdauer 70 Prozent seines Arbeitsentgelts (bis zu einer Bemessungsgrenze) durch die Krankenkasse. In den meisten Fällen übernimmt der Arbeitgeber während der ersten sechs Wochen die Zahlung der übrigen 30 Prozent. Es besteht Kündigungsschutz während der ersten beiden Krankheitsjahre. Weitere Infos zur Sozialversicherung erteilt das Ministerie van Sociale Zaken en Werkgelegenheid.

Urlaub: Der gesetzliche bezahlte Jahresurlaub beträgt das Vierfache der wöchentlichen Arbeitstage, d. h. im Allgemeinen 20 Tage. Oftmals gewährt der Arbeitgeber fünf Tage mehr. Gesetzliche Feiertage gibt es sieben im Jahr plus einen zusätzlichen Tag alle fünf Jahre. Visum: Ein Visum benötigt, wer nicht Mitglied eines EU- bzw. EWR-Landes ist.

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