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Arbeitnehmerentgelte: Löhne steigen kräftig

Die Tarifgehälter sind dem Statistischen Bundesamt zufolge im Januar so stark gestiegen wie seit den 90er Jahren nicht mehr. Vor allem Arbeiter im öffentlichen Dienst strichen mehr Lohn ein. Aber auch im Verarbeitenden Gewerbe stiegen die Löhne um knapp vier Prozent.

Die Tarifgehälter sind Anfang des Jahres so stark gestiegen wie seit Mitte der 90er Jahre nicht mehr. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes erhöhten sich die Bezüge für Angestellte und Arbeiter im Vergleich zum Vorjahresmonat um 3,3 Prozent. Zuletzt hatte es 1996 höhere Steigerungen gegeben. 2007 legten die Tariflöhne noch um lediglich zwei Prozent zu. Nach langer Durststrecke genehmigten sich die Beschäftigten im öffentlichen Dienst den größten Schluck aus der Lohnpulle. Der Trend hin zu höheren Abschlüssen dürfte sich nach Einschätzung des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts der Hans-Böckler-Stiftung (WSI) in diesem Jahr fortsetzen.

"Wir haben die Hoffnung, dass wir in Zukunft zu deutlich besseren Tarifabschlüssen kommen", sagte der Leiter des WSI-Tarifarchivs, Reinhard Bispinck. Anlass zum Optimismus gäben die hohen Gewinne der Unternehmen und der Nachholbedarf in einigen Branchen wie dem öffentlichen Dienst. Weil jedoch noch einige Abschlüsse bei wichtigen Branchen wie dem Einzelhandel ausstünden, sei es für eine konkrete Prognose noch zu früh, fügte er an.

Erstmals seit etwa drei Jahren erhielten die Beschäftigten bei Bund, Ländern und Gemeinden wieder mehr Geld: Für die Angestellten stiegen die Bezüge um rund 4,4 Prozent, Arbeiter konnten sogar 5,5 Prozent mehr einstreichen. Dabei schlug unter anderem zu Buche, dass die Gehälter der unteren Entgeltgruppen in Ostdeutschland auf Westniveau angehoben wurden. In dieser Gruppe sind besonders viele Arbeiter vertreten.

Nicht ganz so üppig wie im öffentlichen Dienst fielen die Steigerungen im Verarbeitenden Gewerbe aus, wo sich die Monatsgehälter im Januar um rund 3,7 Prozent erhöhten. Zwischen den einzelnen Branchen gab es dabei erhebliche Unterschiede: Überdurchschnittliche Tariferhöhungen erhielten die Angestellten im Schiffbau mit plus 7,1 Prozent. Unterdurchschnittlich schnitten hingegen das Textilgewerbe mit plus 2,2 und die Ernährungsbranche mit plus 2,1 Prozent ab.

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Reuters / Reuters
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