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ARBEITSMARKT: Weniger Überstunden im Jahr 2002

Nach Schätzungen von Experten wird die Zahl der Überstunden in diesem Jahr auf ein Rekordtief sinken. Hauptursache ist die schleppende Konjunktur, die Folge mehr Kurzarbeit.

Wie das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) am Montag erklärte, werden die Beschäftigten im laufenden Jahr etwa 1,684 Milliarden Stunden bezahlte Mehrarbeit leisten, das sind 49 Millionen weniger als im Vorjahr. Damit wäre außerdem der niedrigste Stand seit 1990 erreicht.

Das Institut (IAB) geht bei den Berechnungen von einem Wirtschaftswachstum von 0,75 Prozent für 2002 aus. Der Prognose zufolge wird dieses Jahr jeder der rund 34,7 Millionen Beschäftigten in Deutschland 60,1 Überstunden leisten. Dies entspricht 1,15 Stunden Mehrarbeit pro Woche. In den sechziger und siebziger Jahren kam nach Informationen der »Welt« jeder Beschäftigte häufig auf mehr als 100 Überstunden.

Hauptgründe für den Rückgang der Überstunden sind laut IAB die schleppende Konjunktur sowie der Ausbau von Arbeitszeitkonten, mit denen Überstunden in Freizeit ausgeglichen werden können. Wegen der schwachen Konjunktur erwarten die Forscher einen kräftigen Anstieg der Kurzarbeit: Die Zahl der Beschäftigten in Kurzarbeit wird sich vermutlich auf 250.000 verdoppeln.

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