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Arbeitsmarktkrise: Krankheitstage mit dem Urlaub verrechnen

Der Zentralverband des Deutschen Handwerks plädiert für eine Verrechnung von Krankheits- und Urlaubstagen. Begründung: Diese Maßnahme soll Arbeitsplätze sichern.

Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) plädiert für eine Verrechnung von Krankheits- und Urlaubstagen. ZDH-Generalsekretär Hanns-Eberhard Schleyer sagte in der heutigen Ausgabe der Oldenburger "Nordwest-Zeitung", Krankheitstage sollten mit "einigen Tagen" des Jahresurlaubs verrechnet werden. Dies sei eine Maßnahme zur Sicherung von Arbeitsplätzen, sagte er zur Begründung. Der Deutsche Gewerkschaftsbund wies den Vorstoß scharf zurück.

Schleyer sagte, als die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall vor rund 35 Jahren eingeführt worden sei, habe es durchschnittlich 15 Tage Urlaub gegeben. Heute seien es 30. Für das kommende Jahr erwartet Schleyer demnach für das Handwerk wegen Einbußen im Bau- und Kfz-Gewerbe den Verlust von weiteren 100.000 Stellen.

Dagegen erklärte DGB-Sprecherin Marion Knappe, die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall stehe nicht zur Disposition. "Urlaub ist zur Erholung da, eine Krankschreibung zur Genesung", betonte sie auf AP-Anfrage. Schleyers Vorstoß mache keinen Arbeitsplatz sicherer, sondern führe nur zur weiteren Verunsicherung der Arbeitnehmer, fügte sie hinzu.