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Arbeitsmotivation: Viele Deutsche haben innerlich gekündigt

Viele deutsche Arbeitnehmer haben die innerliche Kündigung längst vollzogen. Arbeitgeber unternehmen jedoch nicht viel dagegen, denn sie sind zu sehr mit ihrem Tagesgeschäft befasst.

Nach einer Gallup-Studie hat sich fast jeder fünfte Beschäftigte innerlich bereits von seinem Arbeitgeber verabschiedet. Wie das Unternehmermagazin "Impulse" unter Berufung auf die Untersuchung berichtet, ist die Zahl der Mitarbeiter, die sich für ihren Betrieb engagiert einsetzen, gleich bleibend gering. 18 Prozent der Arbeitnehmer seien "im Zustand der inneren Kündigung und ohne Bindung an das Unternehmen". Zugleich betrage der Anteil der Mitarbeiter, die sich für die Firma bewusst einsetzen, ähnlich wie im Vorjahr gerade einmal 13 Prozent. "Die große Mehrheit der Beschäftigten (69 Prozent) empfindet gegenüber dem Arbeitgeber nur eine geringe Bindung, macht praktisch Dienst nach Vorschrift." Deutschland stehe damit im internationalen Vergleich schlecht da: In kaum einem anderen Land sei der Anteil mäßig oder gar nicht engagierter Arbeitnehmer so hoch wie in der Bundesrepublik.

Wie steht es um Ihre Motivation?

Die weltweit führende Organisation mittelständischer Führungskräfte, The Executive Committee (TEC), mit 10.000 Mitgliedern in 14 Ländern hat in einer ähnlichen Studie festgestellt, dass nur 47 Prozent der deutschen Mitarbeiter wirklich motiviert sind und damit für die Unternehmensentwicklung versuchen, stets das Beste zu tun. Die restlichen 53 Prozent haben sich innerlich schon von ihrem Unternehmen beziehungsweise Arbeitgeber verabschiedet oder werden von anderen Motivationen (eigener Joberhalt, "ich arbeite um zu leben und nicht umgekehrt" etc.) geleitet.

Unternehmen sind zu sehr mit ihrem Tagesgeschäft beschäftigt

Befragt man die Unternehmer nach der Bedeutung der Mitarbeitermotivation, so schätzen 95 Prozent der Befragten diese als "sehr wichtig" und weitere fünf Prozent als "wichtig" für ihr Unternehmen ein. Keiner der Befragten glaubt, dass die Mitarbeitermotivation für das Unternehmen und dessen Entwicklung ohne Relevanz sei.

Einzig erfreulich für deutsche Arbeitnehmer: Nur 37 Prozent glauben, dass die Motivationslage im Ausland besser sei.

Prof. Dr. Klaus Evard, Vorstand von TEC Deutschland, sieht hier noch einiges an Verbesserungspotential: "Zu viele Unternehmer sind immer noch zu sehr mit ihrem Tagesgeschäft befasst und schauen nur auf die Abläufe in ihrem Unternehmen. Dass ein Mitarbeiter, der sich seines Arbeitsplatzes sicher sein kann, im Unternehmen anerkannt ist und sich wohlfühlt, viel entspannter und kreativer und oftmals auch erfolgreicher arbeiten kann, ist bei vielen Unternehmern und Managern inzwischen bekannt, wie die Ergebnisse der Umfrage zeigen."

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