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Beruf & Familie: Vereinbarkeit lässt auf sich warten

Der Zukunftsforscher Matthias Horx prognostiziert für die nächsten Jahre einen Baby-Boom. Eine akzeptable Vereinbarkeit von Job und Familie wird jedoch noch drei bis vier Jahrzehnte dauern.

Einen neuen Baby-Boom in Deutschland prognostiziert Zukunftsforscher Matthias Horx. "Die Geburtenrate wird im Jahr 2010 von heute 1,36 Kindern auf etwa 1,6 Kinder steigen." Bis sich die "Männerzentrierte Industriegesellschaft" in Deutschland allerdings grundlegend verändere und damit Bedingungen für eine akzeptable Vereinbarkeit von Beruf und Familie geschaffen würden, so Horx weiter, werde es noch drei bis vier Jahrzehnte dauern.

Getragen wird der Baby-Boom vor allem von gebildeten Frauen, etwa von Akademikerinnen oder Frauen in Künstlerberufen, sagt der Zukunftsforscher gegenüber dem Magazin "Junge Karriere". "Mehr als 40 Prozent von ihnen haben heute keine Kinder, weil sie sich für ihren Ausbildungsberuf entschieden haben." Der Wunsch, Kinder und Beruf unter einen Hut zu bekommen, sei heute stärker denn je, glaubt der Trendforscher.

Trend: Kapitel Kind möglichst früh beginnen

Für die Zukunft sieht Horx zwei unterschiedliche Lebensmodelle: "Es wird immer mehr Frauen geben, die mit Ende 30 ihr erstes Kind bekommen. Aber gleichzeitig gehe ich davon aus, dass viele Frauen der Hochbildungsgesellschaft wieder zwischen 20 und 25 Jahren erstmals Mutter werden." Als Grund für diese Entwicklung nennt Horx die gestiegene Lebenserwartung. "Viele junge Frauen wollen das Kapitel Kinder möglichst früh beginnen, weil sie wissen, dass es nach 20-jähriger Erziehung noch viel zu leben gibt."

Der Wertewandel werde sich auf alle gesellschaftlichen Bereiche in Deutsch­land auswirken, so Trendforscher Horx: In der Politik wird die Familien- und Kinderfrage künftig zum entscheidenden Wahlkampfthema, in Unternehmen wird mehr und mehr Work-Life-Balance auf der Agenda stehen, und in der Industrie werden kinderfreundliche Produkte und Dienstleistungen boomen.