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Wettbewerb der US-Armee: Teams, die zu viel quatschen, verlieren den Cyber-Krieg

Die besten Teams für den Cyber-Krieg bestehen aus sozial Gestörten, die stumm auf ihren Bildschirm starren. Das hat die US-Armee herausgefunden. Klare Hierarchien und starke Spezialisierung bringen den Sieg, doch sobald gesprochen wird, läuft etwas schief.

Blick in das Cyber Center of Excellence der US-Armee in Fort Gordon.

Blick in das Cyber Center of Excellence der US-Armee in Fort Gordon.

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Bei einem Wettbewerb von Cyber-Kriegern, der sogenannten Mid-Atlantic Collegiate Cyber Defense Competition des nationalen Cyberwatch Center, wurden die konkurrierenden Teams von Forschern beobachtet und elektronisch überwacht. Die Ergebnisse dürften den Freunden kollegialer Kommunikation nicht gefallen. Mit Methoden wie kollegialer Selbstverwaltung oder dem gemeinsamen Besprechen der anstehenden Aufgaben kam man bei dem Wettbewerb nicht weiter.

"Unsere Ergebnisse zeigen, dass Art der Führung und die individuelle Kommunikation wichtige Faktoren sind, die den Erfolg dieser Teams bestimmen", so die Forscher in der Studie "Sociometrics and observational assessment of teaming and leadership in a cyber security defense competition" (Journal of Computers & Security).

Der Chaf definiert die Rollen

Während Teams mit starker Führung erfolgreich waren, hat sich die Face-to-Face-Kommunikation der einfachen Teammitglieder untereinander als Negativ-Faktor herausgestellt. Je weniger Zeit die Teammitglieder in die gemeinsame Kommunikation investierten, desto erfolgreicher war das Team als Ganzes. Mehr coden, weniger quatschen - so könnte man das Erfolgsrezept beschreiben.

Eine klare Hierarchie war für den Erfolg ebenso wichtig. Eine starke Führung setzt eine klare funktionale Spezialisierung innerhalb des Teams durch. Die Aufgabenteilung der Mitglieder wird vom Chef klar definiert. Während einer Cyberattacke wird dann wenig Zeit für die interne Abstimmung benötigt. "Leistungsstarke Teams weisen weniger Teaminteraktionen auf, weil sie bereits als zielgerichtete Sozialsysteme funktionieren."

Stumm auf den Bildschirm starren

Wenn doch kommuniziert wird, ist meist bereits etwas schiefgegangen. Schöne neue Arbeitswelt: Die hochgradige Arbeitsteilung führt allerdings auch zu der berüchtigten Nerd-Atmosphäre, die man von IT-Teams kennt: Alle sitzen gebannt vor den Bildschirmen, im ganzen Raum ist es totenstill – abgesehen von den Klicks der Tastaturen.


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