HOME

Firmenpleiten: Welle ebbt ab

Die Zahl der Firmenpleiten ist nach Angaben des Bundesverbands Deutscher Inkasso-Unternehmen (BDIU) leicht zurückgegangen. Von Entspannung kann jedoch keine Rede sein.

"In diesem Jahr werden rund 38.000 Unternehmen in die Insolvenz gehen", so BDIU-Chef Stephan Jender. 2003 habe die Zahl noch bei über 39.000 gelegen. Dennoch könne von Entspannung keine Rede sein. Vor allem in Ostdeutschland hat sich nach Verbandsangaben die Lage mit einem Rückgang der Pleiten um sieben Prozent gegenüber 2003 verbessert. Die Talsohle sei damit erreicht. In den alten Ländern hätten die Insolvenzen dagegen um zwei Prozent zugenommen. Laut BDIU verursacht die Zahlungsunfähigkeit von Betrieben volkswirtschaftliche Schäden von bis zu 40 Milliarden Euro und den Verlust von 600.000 Arbeitsplätzen.

"Sorgenkind bleibt die Baubranche", sagt Jender. 2,5 Prozent aller Baubetriebe müssten in diesem Jahr aufgeben. Die Herbstumfrage des BDIU unter den Inkassofirmen ergab als Hauptgrund für Pleiten die schlechte Zahlungsmoral von gewerblichen und privaten Kunden. Auch die schwache Eigenkapitaldecke sowie Managementfehler führten oft zu Liquiditätsproblemen.

Starke Zunahme der Verbraucherinsolvenzen

Der Verband der Insolvenzverwalter Deutschlands (VID) forderte betroffene Unternehmen und Gläubiger auf, das seit 1999 geltende Insolvenzrecht stärker zu nutzen. Damit werde die Sanierung gesunder Betriebsteile ermöglicht, sagte VID-Chef Siegfried Beck. Insbesondere lange bestehende Produktionsfirmen verfügten stets über einen gesunden Kern, den zu retten es sich lohne.

Stark ansteigend ist nach Angaben des BDIU die Zahl der Verbraucherinsolvenzen. Sie werde in diesem Jahr um fast die Hälfte auf 48.500 ansteigen. Drei Millionen Deutsche seien überschuldet, schätzt der Verband. Die Betroffenen sind nicht mehr in der Lage, ihre laufenden Ausgaben und die Zahlungsverpflichtungen zu erfüllen. Laut Umfrage ist Arbeitslosigkeit der Hauptgrund für eine Überschuldung.