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Fristlose Kündigung: Rausschmiss auch bei Diebstahl geringwertiger Sachen

Eine fristlose Kündigung ist auch bei Diebstahl geringwertiger Gegenstände rechtens. Die Verletzung des Eigentums des Arbeitgebers ist immer ein Grund für die außerordentliche Kündigung.

Eine fristlose Kündigung ist auch bei einem Diebstahl geringwertiger Gegenstände rechtens. Wie die Deutsche Anwaltsauskunft Berlin unter Bezug auf ein Urteil des Bundesarbeitsgerichts mitteilt, ist die Verletzung des Eigentums des Arbeitgebers immer ein wichtiger Grund zu einer außerordentlichen Kündigung.

In dem Fall hatte eine Verkäuferin bei Aufräumarbeiten in der Spirituosenabteilung eines Warenhauses eine Tragetasche mit Minifläschchen Alkoholika und zwei angebrochene Rollen Küchenpapier in die Telefonzentrale gebracht. Zum Feierabend wollte sie die Tasche dann mit nach Hause nehmen. Bei den Sachen handelte es sich um "abgeschriebene Ware".

Hierzu erklärten die obersten deutschen Arbeitsrichter, die Entscheidung, zu welchem Zweck abgeschriebene Ware noch verwendet werden könne, sei Angelegenheit des Inhabers. Selbst wenn dieser grundsätzlich bereit sei, derartige Waren an die Betriebsangehörigen zu verschenken, handle derjenige grob vertragswidrig, der sie ohne Genehmigung einfach wegnehme.

Aktenzeichen: BAG Erfurt vom 11.12.2003; 2 AZR 36/03

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