Haltbarkeitsdatum Manipulation rechtfertigt Rausschmiss


Wenn der Leiter einer Metzgerei-Filiale an Wurstpaketen das Haltbarkeitsdatum manipuliert, ist eine fristlose Kündigung gerechtfertigt.

Im vorliegenden Fall hatte ein Journalist in einem Supermarkt ein Päckchen Bratwurst markiert. Am nächsten Tag hatte der Mann das Wurstpaket noch immer im Kühlregal liegen sehen, allerdings war das Haltbarkeitsdatum um zwei Tage verlängert worden. Mit dieser Manipulation habe der Filialleiter seine Sorgfaltspflicht erheblich verletzt, urteilten die Richter des hessischen Landesarbeitsgerichts.

Sie bestätigten mit ihrem Spruch dem Arbeitgeber, dass es sich bei der Fälschung des Haltbarkeitsdatums um einen vorsätzlichen Verstoß gegen Gesundheitsvorschriften gehandelt habe. Die Gefährdung der Gesundheit der Kunden und daraus möglicherweise folgende Schadensersatzansprüche sowie Umsatzeinbußen stellten nach Auffassung des Landesarbeitsgerichts einen wichtigen Kündigungsgrund dar. Zudem sei der Arbeitgeber durch die Veröffentlichung des Journalisten in ein negatives Licht gerückt worden.

Aktenzeichen: 15 Sa 204/03; Urteil vom 16. September 2003

AP AP

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