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Handwerk: Jeder vierte Jugendliche nicht ausbildungsfähig

Der Zentralverband des Deutschen Handwerks spricht von einer "dramatischen Situation": Jeder vierte Jugendliche habe so große Bildungslücken, dass er keine Ausbildung beginnen könne.

Kurz vor der Veröffentlichung des zweiten Bildungsberichtes von Bund und Ländern hat das Handwerk auf gravierende Bildungslücken vieler Schulabgänger hingewiesen: Jeder vierte Jugendliche sei nicht ausbildungsfähig. Der Generalsekretär des Zentralverband des Deutschen Handwerks, Hanns-Eberhard Schleyer, forderte in der "Bild"-Zeitung einen gemeinsamen Kraftakt der Politik, um den Missstand abzustellen: "Es muss einen nationalen Bildungsgipfel bei der Kanzlerin unter Beteiligung aller Bundesländler geben. Nur so bekommen wir diese dramatische Situation in den Griff."

Auch der Verband Bildung und Erziehung (VBE) verlangte eine umfassende Reform des deutschen Bildungssystems. Angesichts der nach wie vor hohen Abhängigkeit von sozialer Herkunft und Bildungserfolg komme Deutschland "mit gut gemeinten, aus der Not geborenen Maßnahmen" auf Dauer nicht weiter, sagte der Vorsitzende der zweitgrößten Lehrerorganisation, Ludwig Eckinger.

Die Kultusministerkonferenz (KMK) will an diesem Donnerstagnachmittag in Berlin den Bildungsbericht 2008 vorstellen. Die Erhebung, die als Reaktion auf das schlechte Abschneiden Deutschlands bei der ersten Pisa-Studie 2001 geschaffen wurde, steht im Mittelpunkt der zweitägigen Sitzung. Der Bericht wird zum zweiten Mal veröffentlicht und soll einen Überblick über das deutsche Bildungswesen geben.

Darüber hinaus will Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) Ende Oktober mit den Ministerpräsidenten über eine Nationale Qualifizierungsinitiative reden und von den Ländern mehr Reformanstrengungen verlangen. Im Vorfeld der Initiative ist es bereits zu Spannungen zwischen Bund und Ländern gekommen.

Vorgestellt wird die Studie von KMK-Präsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer und Eckard Klieme vom Deutschen Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF), das die Federführung bei der Erstellung des Berichts hatte.

DPA/AP / AP / DPA