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Headhunter: Einmaliger Abwerbeanruf ist erlaubt

Personalberater dürfen potenzielle Arbeitnehmer auch an deren Arbeitsplatz anrufen, um sie abzuwerben. Die Headhunter dürfen dabei aber nicht über eine erste kurze Kontaktaufnahme hinausgehen.

Personalberater dürfen potenzielle Arbeitnehmer auch an deren Arbeitsplatz anrufen, um sie abzuwerben. Damit hat der Bundesgerichtshof (BGH) in einem am 5. März in Karlsruhe veröffentlichten Urteil Klarheit in einer bislang uneinheitlichen Rechtsprechung geschaffen.

Im konkreten Fall hatte ein Personalvermittler bei einem Mannheimer EDV-Unternehmen angerufen und versucht, mit Mitarbeitern über einen Stellenwechsel ins Gespräch zu kommen. Das Unternehmen hatte reklamiert, durch solche Anrufe würden das Betriebsklima gestört und Mitarbeiter in der Arbeit abgehalten, und klagte auf Unterlassung und Schadenersatz.

Nicht über eine erste Kontaktaufnahme hinausgehen

Die Frage, ob es wettbewerbswidrig ist, wenn Personalberater am Arbeitsplatz anrufen und Abwerbung betreiben, war in der Vergangenheit unter Juristen umstritten. Der für das Wettbewerbsrecht zuständige Zivilsenat des BGH entschied jetzt, dass das Abwerben fremder Mitarbeiter als Teil des freien Wettbewerbs grundsätzlich erlaubt ist.

Der Abwerbungsversuch ist nach dem Urteil aber dann wettbewerbswidrig, wenn der Headhunter seine Zielperson häufiger als einmal an seinem Arbeitsplatz kontaktiert. Außerdem müsse sich das zulässige erste Gespräch darauf beschränken, das grundsätzliche Interesse des Angerufenen zu erkunden, die offene Stelle kurz zu umschreiben und gegebenenfalls ein Gespräch außerhalb des Betriebs zu verabreden.

Da im Falle des Mannheimer Unternehmens die näheren Umstände der Gespräche nicht aufgeklärt worden waren, wurde das Verfahren an das Oberlandesgericht Karlsruhe zurückverwiesen.

Aktenzeichen: Bundesgerichtshof I ZR 221/01

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