Hintergrund Das bedeutet Investivlohn


Um den Arbeitnehmern einen "fairen Anteil am Volkseinkommen" zu sichern, wollen die politisch Verantwortlichen für eine stärkere Mitarbeitergewinn- oder Kapitalbeteiligung sorgen. Dazu soll das Steuerrecht angepasst werden.

Über den von CDU und SPD befürworteten Investivlohn sollen die Arbeitnehmer am Firmenkapital und -gewinn beteiligt werden. Dabei wird ein Teil des Arbeitsentgelts nicht in bar ausgezahlt, sondern im Unternehmen oder überbetrieblich für eine bestimmte Zeit festgelegt. Bundespräsident Horst Köhler hatte die Diskussion über die alte Idee zur Vermögensverteilung Ende vergangenen Jahres neu belebt.

Viele Anlageformen

Bei Investivlöhnen wird generell zwischen betrieblichen und überbetrieblichen Modellen unterschieden. Dabei gibt es viele Anlageformen: Sie reichen von Mitarbeiterguthaben oder -darlehen über Belegschaftsaktien bis zu so genannten Genussscheinen. Um das Risiko für Beschäftigte zu verringern, ist an neue Formen der Sicherung der Beteiligungen gedacht, wenn die Firma pleite geht. All dies soll mit dem Koalitionspartner SPD erörtert und umgesetzt werden.

Unter der Überschrift "Soziale Kapitalpartnerschaft" empfiehlt die CDU gesetzliche Regelungen für freiwillige Firmenbeteiligungen. Nach ihrem Willen soll der Investivlohn auch eine zusätzliche Säule der Altersvorsorge werden. Steuern werden erst fällig, wenn das angesammelte Kapital ausbezahlt oder verkauft wird. Auch die SPD denkt seit geraumer Zeit über Investivlöhne nach. Dabei legt sie Wert darauf, dass das Geld der Arbeitnehmer durch Bürgschaften oder Versicherungen vor Verlusten bei Pleiten geschützt wird.

Bindung an den Betrieb

Aus Sicht der CDU ist der Investivlohn nicht nur ein Weg zu Eigentumsbildung und Vorsorge. Er stärke auch die Bindung der Arbeitnehmer an ihren Betrieb. Von Vorteil für die Unternehmen seien motiviertere Mitarbeiter und eine breitere Eigenkapitalbasis.

DPA DPA

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