HOME

Insolvenzen: Pleitewelle rollt weiter

Die Pleitewelle in Deutschland rollt trotz der leichten Konjunkturerholung weiter. Nach Rückgängen im April und Mai wurde im Juni wieder ein Anstieg um 6,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat gezählt.

Allein im ersten Halbjahr gab es damit 19.939 Unternehmensinsolvenzen, das sind lediglich 0,1 Prozent oder 14 Fälle weniger als in den ersten sechs Monaten des Rekordjahres 2003.

Die Zahl der Firmenpleiten liegt damit noch über der Prognose der Wirtschaftsauskunftei Creditreform vom Juni, die für das erste Halbjahr einen Rückgang um 1,7 Prozent berechnet hatte. Allerdings hatte auch Creditreform betont, dass bei beinahe 20.000 Firmenpleiten im Halbjahr von einer Entspannung keine Rede sein könne. Die Zahl der Pleiten gilt als ein Indikator für die konjunkturelle Entwicklung.

Bei den Verbraucherinsolvenzen wurde im ersten Halbjahr sogar ein weiteres kräftiges Plus von 39,5 Prozent auf 21.856 Fälle registriert. Hier wirkt sich allerdings noch die Reform des Insolvenzrechts vor rund zweieinhalb Jahren aus, wodurch jetzt Verfahrenskosten gestundet werden können. Seither haben immer mehr überschuldete Privatleute von der Möglichkeit der Insolvenz Gebrauch gemacht, trotzdem gibt es bei Beratungsstellen noch Wartezeiten. Direkte Rückschlüsse auf die Entwicklung bei der Zahl der überschuldeten Haushalte sind daher nicht möglich.

Die offenen Forderungen der Gläubiger betrugen im ersten Halbjahr 19,9 Milliarden Euro. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum war das ein Rückgang um 10,4 Prozent. Dies deutet darauf hin, dass verstärkt kleinere Firmen den Gang zum Insolvenzgericht antraten.

Mit einem Insolvenzverfahren soll das verbliebene Vermögen eines Schuldners auf die Gläubiger verteilt und - sofern möglich - eine Sanierung herbeigeführt werden.