JOBSUCHE Wer Arbeit sucht, braucht Freunde


Laut einer Studie sind private Kontakte und informelle Beziehungen bei der Jobsuche wertvoller als das Arbeitsamt. Nur 12 Prozent der Befragten gaben an, das Arbeitsamt habe ihnen zum neuen Job verholfen.

Private Kontakte und informelle Beziehungen sind bei der Jobsuche offenbar wertvoller als das Arbeitsamt. Dessen Stärken liegen eher bei den Problemgruppen des Arbeitsmarktes. Zu diesem Ergebnis kommt eine gemeinsame Untersuchung des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) in der Hans Böckler Stiftung und von Infratest Sozialforschung.

Die Wissenschaftler befragten über 2.400 Personen, die seit dem Herbst 1999 ihren Arbeitsplatz verloren haben, auf welchen Wegen sie einen neuen Arbeitgeber gesucht und gefunden haben. Nur 12 Prozent der Befragten gaben an, das Arbeitsamt habe ihnen zu dem neuen Job verholfen. 30 Prozent führten dagegen den Erfolg auf Freunde, Bekannte und Verwandte zurück, 27 Prozent auf Anzeigen und Ausschreibungen. Selbst Initiativbewerbungen haben mit 15 Prozent einen größeren Anteil am Erfolg als die Arbeitsämter.

Unabhängig vom Erfolg wird das Arbeitsamt allerdings relativ häufig in die Suche eingeschaltet: So wendet sich jeder Zweite, der nach dem Ausscheiden einen neuen Job sucht, auch an das Arbeitsamt. Allerdings gibt es Hinweise darauf, dass vor allem Problemgruppen die Hilfe des Arbeitsamtes in Anspruch nehmen: So suchen Personen, denen gekündigt wurde, das Arbeitsamt viel häufiger auf als diejenigen, die selbst gekündigt haben. Und auch, wer keine Ausbildung hat oder länger arbeitslos ist, nimmt die Hilfe des Arbeitsamtes eher in Anspruch.

Bei ihrer Arbeit untersuchten die Wissenschaftler auch die Umstände, unter denen es zum Verlust des alten Jobs kam: 39 Prozent der Vertragsauflösungen kamen durch Eigenkündigung zu Stande, 32 Prozent durch Entlassungen oder Betriebsstilllegungen, 20 Prozent endeten nach einer Befristung und 10 Prozent durch Aufhebungsverträge.

Der Volltext der Veröffentlichung steht im Internet unter WSI-Mitteilungen 8/2002, Seite 442 bis 450 zur Verfügung.


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