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KONJUNKTUR: Deutschland kommt nicht in Fahrt

Vom Aufschwung im jungen Mittelstand gibt es keine Spur - das ist das Ergebnis einer Konjunkturumfrage, die der Bundesverband Junger Unternehmer durchgeführt hat.

Eine Verbesserung der konjunkturellen Lage in Deutschland ist nach Einschätzung des Bundesverbandes Junger Unternehmer (BJU) derzeit nicht in Sicht. »Deutschland wird in diesem Jahr nicht mehr in Fahrt kommen«, sagt der BJU-Vorsitzende Marcus Schneider und verweist auf die Ergebnisse einer Konjunkturumfrage des Verbands unter rund 500 Firmen.

Der Studie zufolge stagnieren die Auftragsbestände auf niedrigem Niveau. 29 Prozent der Betriebe meldeten höhere Auftragseingänge, 34 Prozent jedoch einen Rückgang der Bestellungen. Auch die Gewinnerwartungen stagnieren. Ein Drittel der Befragten rechne zwar mit steigenden Gewinnen, ebenso viele aber auch mit rückläufigen Erträgen. Die Bereitschaft zu investieren und neue Mitarbeiter einzustellen sinke bei den Jungunternehmern. Alle Werte lägen zum Teil deutlich unter den Vergleichszahlen des Vorjahres. »Es gibt keine genauen Anzeichen, dass wir einen Aufschwung erwarten können«, sagte Schneider.

Die Berufung des nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Wolfgang Clement (SPD) in die Bundesregierung zum Arbeits- und Wirtschaftsminister begrüßte der BJU. Dies sei ein positives Zeichen, weil Clement über Standfestigkeit bei der Durchsetzung von Reformen verfüge und nicht durch die Gewerkschaften geprägt sei. Die Jungunternehmer fordern von der Bundesregierung rasche Reformen auf dem Arbeitsmarkt, im Steuer- und im Bildungssystem.

Der BJU vertritt nach eigenen Angaben rund 2.500 Unternehmer, die unter 40 Jahre alt sind, wenigstens zehn Beschäftigte haben oder mehr als eine Million Euro im Jahr umsetzen.

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