Personalbeschaffung Online-Bewerbung auf dem Vormarsch


Wie eine aktuelle Studie zeigt, hat die Mitarbeitersuche per Internet die klassische Stellenanzeige in Zeitungen überholt. 89 Prozent der 1.000 größten deutschen Unternehmen veröffentlichen Jobs nur noch im Netz.

Die Ergebnisse einer Studie über aktuelle Trends und innovative Verfahren der Personalbeschaffung machen es deutlich: Die klassische Jobsuche in Form von Zeitungsanzeigen ist überholt. Unternehmen suchen ihre Mitarbeiter heutzutage überwiegend über das Internet.

Stichwort E-Recruiting

Wie das Institut für Wirtschaftsinformatik der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt/M. zusammen mit dem Internet-Stellenmarkt Monster Deutschland herausfand, hat sich die Einstellungspraxis bei 1.000 untersuchten deutschen Großunternehmen enorm gewandelt. 89 Prozent der Befragten gaben an, freie Stellen überwiegend nur noch auf ihrer eigenen Homepage zu veröffentlichen. Von den restlichen elf Prozent wollen immerhin zwei Drittel in nächster Zeit das Internet zur Gewinnung neuer Mitarbeiter aktiv nutzen. „E-Recruiting, also die Personalbeschaffung via Internet, erfreut sich bei den Unternehmen zunehmender Beliebtheit“, sagt Prof. Dr. Wolfgang König von der Uni Frankfurt und führt dies auf den vereinfachten Umgang mit dem Medium Internet zurück, „denn die Einfachheit und die Schnelligkeit von Online-Bewerbungsverfahren führen auf der Seite der Firmen zu deutlichen Aufwands- und Kostenersparnissen“.

Bewerbung per Formular

Erkannt haben das auch längst die Jobsuchenden selbst. Rund 30 Prozent aller Bewerbungen gehen bei den Großunternehmen nur noch online ein, darunter 60 Prozent per E-Mail. Um diese Flut von Online-Bewerbungen zu bewältigen, gehen Firmen daher immer stärker dazu über, auf ihren Web-Seiten vorgegebene Formularstrukturen anzubieten. Das erspart viel Arbeit. Auch Internet-Stellenmärkte werden zunehmend in Anspruch genommen, um Bewerbungen zu sichten. So nutzen 48 von hundert Firmen internationale Karriere-Netzwerke, um qualifiziertes Personal für sich zu gewinnen. In dem nationalen Monster-Netzwerk finden Unternehmen mehr als 253.000 Lebensläufe von Stellensuchenden.

Personalberater effektiv

Stellenanzeigen in den Print-Medien und Personalberater werden dagegen immer seltener genutzt. Die befragten Unternehmen gaben an, dass sie nur noch zu 30 Prozent gelegentlich neue Mitarbeiter über ausgeschriebene Stellenanzeigen in Zeitungen suchen. Personalberater werden laut Studie nur von gut einem Zehntel häufig oder sehr häufig eingesetzt. Allerdings wissen Personalleiter die Dienste der Berater offenbar dennoch zu schätzen, denn 62 Prozent halten die Suche mit Hilfe einer Personalberatung für effektiver als die vergleichbare per Internet (54 Prozent). Am schlechtesten schneiden firmeneigene Recruiting-Veranstaltungen ab: Lediglich zwei Prozent der Unternehmen führen sie häufig durch, und nur jeder fünfte Unternehmer hält sie für effektiv.

Nicole Bockstaller


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