HOME

Ratgeber: So bekommen Sie, was Sie verdienen

Wenige Minuten entscheiden darüber, ob Sie eine Gehaltserhöhung erhalten oder nicht. Gehaltsexperte Martin Wehrle gibt zehn Tipps, wie man erfolgreich verhandelt - speziell für Frauen. Männer dürfen seine Empfehlungen natürlich auch gern lesen und ausprobieren.

Für eine Gehaltsverhandlung braucht man einen klaren Kopf und eine gute Vorbereitung. Und dann gibt es noch ein paar Spielregeln zu beachten:

1. Wer macht den ersten Schritt?


Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Männer direkt zum Chef gehen, Frauen dagegen warten, bis er zu ihnen kommt. Falsch. Frauen müssen sich einfach mehr trauen: Man wird nicht schlecht bezahlt, sondern frau lässt sich schlecht bezahlen. Also raus aus der Opferrolle!

2. Aber der Wirtschaft geht es doch so schlecht


Gerade in der derzeit miesen Lage haben viele Frauen Angst, ihre Firma beim Gehalt zu überfordern. Dabei übersehen sie, dass sich die Wertschätzung einer Arbeitskraft über das Gehalt ausdrückt. Ein hohes Gehalt bedeutet: Sie sind ein wichtiger Mitarbeiter. Und ein hohes Gehalt sichert den Job, denn es ist viel teurer, jemandem mit einem hohen Gehalt zu kündigen, weil sich die Höhe der Abfindung nach der Höhe des Gehalts richtet.

3. Eigenlob stinkt nicht


Eine Gehaltsverhandlung beginnt im Alltag und nicht erst im Gehaltsgespräch. Studien zeigen: Es kommt zu 90 Prozent auf die Selbstdarstellung an, nur zehn Prozent sind Leistung. Und Chefs können nicht bei jedem Mitarbeiter wissen, wo sie (oder er) gerade gepunktet hat. Deshalb sollte man ein Leistungstagebuch führen. Meetings sollte man auch dazu nutzen, den Chef und das Team über die eigene Leistung zu informieren. Auch wenn vielen Frauen das peinlich ist und sie es für überflüssig halten. Setzen Sie bei wichtigen E-Mails Ihren Chef auf den Verteiler. Wenn Sie ein Lob vom Kunden bekommen, bitten Sie ihn, das auch Ihrem Chef zu sagen. Das wirkt besonders glaubwürdig. Eigen-PR ist immer eine Gratwanderung und erfordert viel Fingerspitzengefühl - aber davon haben Frauen mehr als Männer.

4. Auf den Zeitpunkt kommt es an


Gehen Sie im Frühjahr oder Sommer zum Chef und reden Sie mit ihm über Ihr Gehalt, dann sind die Etats noch voll. Denn die meisten Kollegen gehen erst im Herbst. Noch besser ist es, wenn Sie eine besonders gute Leistung gebracht oder eine Fortbildung abgeschlossen haben. Gerade Frauen unterschätzen da häufig ihre Möglichkeiten. Faustregel: Alle eineinhalb bis zwei Jahre sollten Sie mit Ihrem Chef über Ihr Gehalt sprechen.

5. Niemals in der Kantine


Ein Gehaltsgespräch führt man nicht auf dem Flur, nicht auf der Weihnachtsfeier oder in der Kantine. Dafür macht man einen Termin. Und dann sollte der Chef auch wirklich Zeit haben. Überlegen Sie, wann Ihr Chef gut aufgelegt ist. Hat er nach dem Mittagessen eher gute Laune, oder ist er dann eher müde und schlecht aufgelegt? Solch scheinbar banale Kleinigkeiten können das Zünglein an der Waage sein.

6. Ich weiss, was ich wert bin


Machen Sie sich Notizen, das hilft, falls Sie nervös werden - und dazu brauchen Sie Ihr Leistungstagebuch. Sammeln Sie vorher gute Argumente, denn die werden Sie brauchen. Kommen Sie nicht damit, dass andere ja mehr verdienen als Sie. Oder dass das Heizöl schon wieder teurer wird. Das zieht nicht. Sie müssen mit Ihrer Leistung punkten. Für das Gespräch empfehle ich folgende Strategie: Bringen Sie nicht Ihr bestes Argument zuerst. Wenn Sie drei haben, fangen Sie mit dem zweitstärksten an, dann kommt das schlechteste, und als Trumpf zum Schluss ziehen Sie Ihr bestes Argument. Auch wenn Frauen diese Art der Taktiererei häufig nicht liegt, sie sollten nicht vergessen: Sie verhandeln in der Regel mit einem Mann. Eine Gehaltserhöhung beginnt bei fünf Prozent und kann bis zu zehn Prozent Ihres alten Gehalts betragen, darunter sollten Sie nicht gehen. Denn wenn Sie sich mit 50 Euro abspeisen lassen, können Sie frühestens nach eineinhalb Jahren wieder um die nächste Erhöhung bitten. Im Gespräch sollten Sie mehr fordern, als Sie eigentlich erwarten, damit der Chef Sie runterhandeln kann. Aber setzen Sie nicht zu hoch an. Tipp: Gehen Sie mit drei Zielen in das Gespräch. Ein Maximalziel, zum Beispiel zwölf Prozent mehr Gehalt. Das fordern Sie. Dann haben Sie eine untere Grenze, zum Beispiel fünf Prozent. Und Sie brauchen noch eine Alternative.

7. Entwickeln Sie Fantasie


Vielen Chefs fällt es schwer, mehr Geld rauszurücken. Leichter zu bekommen sind dagegen eine Fortbildung, ein Firmenhandy, Zuschüsse zur Kinderbetreuung oder das Fahrgeld. Entwickeln Sie Fantasie. Und überlegen Sie dabei auch immer: Was hat die Firma davon? Sollte Ihr Chef sich überhaupt nicht erweichen lassen, sollten Sie sich trotzdem nicht geschlagen geben, sondern fragen: "Sie stimmen mir zu, dass ich gute Leistung bringe. Was muss passieren, damit ich mehr Gehalt bekomme?" Fragen Sie ihn, wann Sie wieder mit ihm verhandeln können, und halten Sie sein Versprechen in einer Gesprächsnotiz fest.

8. Ihre Kollegen verdienen 20 Prozent mehr als sie


Reden Sie mit Ihrem Chef drüber. Aber sagen Sie nicht: "Kollege Schulze verdient mehr", sondern bleiben Sie allgemein, sagen Sie, Sie wissen, dass in der Branche üblicherweise mehr gezahlt wird.

9. Sie verhandeln um einen neuen Job


Herzlichen Glückwunsch, nun dürfen Sie deutlich mehr fordern: 15 bis 20 Prozent, denn Sie gehen ein Risiko ein und nehmen eine Probezeit auf sich.

10. Achten sie auf Ihre stimme


Frauen reden häufig in Konjunktiven. Zum Beispiel sagen sie: "Es wäre schön, wenn ich mehr Geld bekommen würde." Das ist butterweich, so führt man keine Verhandlungen. Und Frauen ziehen am Ende eines Satzes oft die Stimme hoch, wie bei einer Frage. Sie bitten aber nicht, sie fordern! Dazu muss die Stimme klar, ruhig und fest sein. Auch bei der Körpersprache sollten Sie darauf achten, selbstbewusst aufzutreten. Also Blickkontakt halten, nicht die Beine an den Stuhlbeinen verknoten und nicht mit Stiften spielen. Studieren Sie aber keinen Auftritt ein, sondern beobachten Sie sich selbst in der Situation.

Buchtipp:


Martin Wehrle, "Geheime Tricks für mehr Gehalt", Econ-Verlag, 220 Seiten, 20 Euro

Und im Internet:


www.gehaltscoach.de

Martin Wehrle / print
Themen in diesem Artikel
Wie lange ist die frist bei einer Kündigung?
Hallo Ich möchte gerne kündigen, da das Arbeitsverhältnis nicht mehr gegeben ist. Leider verstehe ich den Arbeitsvertrag nicht ganz. Auszug aus dem Vertrag: Paragraf 13 Kündigungsfristen: (1) das Arbeitsverhältnis kann beiderseitig unter Einhaltung einer frist von 6 Werktagen gekündigt werden. Nach sechsmonatiger Dauer des Arbeitsverhältnisses oder nach Übernahme aus einem Berufsausbildungsverhältnis kann beiderseitig mit einer frist von zwölf Werktagen gekündigt werde. (2) Die Kündigungsfrist für den Arbeitgeber erhöht sich, wenn das Arbeitsverhältnis in demselben Betrieb oder unternehmen 3jahre bestanden hat, auf 1 monat zum Monatsende 5jahre bestanden hat, auf 2 monate zum Monatsende 8jahre bestanden hat, auf 3 monate zum Monatsende..... (3) Kündigt der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis mit dem Arbeitnehmer, ist er bei bestehenden Schutzwürdiger Interessen befugt, den Arbeitnehmer unter fortzahlung seiner bezüge und unter Anrechnung noch bestehender Urlaubsansprüche freizustellen. Als Schutzwürdige interessen gelten zb. Der begründete Verdacht des Verstoßes gegen die Verschwiegenheitspflicht des Arbeitnehmers, ansteckende Krankheiten und der begründete verdacht einer strafbaren handlung. Ich arbeite in einem Kleinbetrieb (2mann plus chef) seid 2 jahren und 3-4Monaten. (Bau) Seid ende November bin ich krank geschrieben. Was meinem chef überhaupt nicht passt und er mich mehrfach versucht hat zu überreden arbeiten zu kommen. Da mein zeh gebrochen ist und angeschwollen sowie schmerzhaft und ich keine geschlossenen schuhe tragen kann ist arbeiten nicht möglich. Das Arbeitsverhältnis ist seid längerem angespannt vorallem mit dem Arbeitskollegen. Möchte nur noch da weg! Wie lange ist nun die frist und wie weitere vorgehen? Ich hoffe es kann mir jemand helfen.
Füllhorn Rente 63 ?
Wer 2018 NEU in den Ruhestand ging a) und die „abschlagsfreie Rente 63“ mit mindestens 45 Versicherungsjahren kassierte, erhielt im Schnitt 1265 Euro monatlich, 1429 Euro (als Mann) bzw. 1096 Euro (als Frau) RENTE. b) und wer die „normale“ Altersrente kassierte, erhielt monatlich im Schnitt 950 Euro, 1080 € (als Mann) bzw. 742 Euro (als Frau) RENTE. Nach Adam Riese bedeutet das, das erst Zeiten ab dem 18. LJ für die Rentenversicherung gewertet werden, dass männliche Nicht-Akademiker über 45 Arbeitsjahre hinweg mehr als 25 Euro monatlich pro Stunde verdient haben müssten. sprich: ab 1973 ! (zu DM-Zeiten 50 DM Stundenverdienst ! ... als Nicht-Akademiker ??) Meine Erfahrung ist, dass man mit 18 zur Armee musste und das anschließende Studium frühestens im 25 LJ beenden konnte -- also in 1981 ! (25 + 45 = 70. LJ mit Altersrente ohne Abzüge). Ergebnis: erst in 2026 könnten vergleichbare Akamdemiker (nach 45 Vers.Jahren) in VOLLE Rente gehen. PS: Nach Rechnung der „Die Linke“ bräuchte man über 37 Jahre hinweg einen Stundenverdienst von mind. 14,50 Euro (29 DM), um NICHT auf die „Grundsicherung für Altersrentner“ angewiesen zu sein; also den statistischen Wert von 800 Euro mtl. Rentenbezug zu überschreiten. Wer erkennt den Zaubertrick der „abschlagsfreien Rente 63“ ? Wer kennt den Zaubertrick, in weniger Zeit, mit weniger Ausbildung, maximale Top-Renten-Ergebnisse zu erzielen ? (welches nicht einmal die gierigsten Börsenbanker und Versicherungsmakler in einer Demokratie für realisierbar hielten) ?