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Job Nonverbale Kommunikation: 10 Tipps für mehr Gehalt

Ein Mann und eine Frau sitzen am Tisch und verhandeln.
Viele unterschätzen, wie wichtig die nonverbale Kommunikation bei Gesprächen ist
© Worawee Meepian / Getty Images
Vor Bewerbungsgesprächen oder Gehaltsverhandlungen kann man sich schon mal den Kopf darüber zerbrechen, was genau man dem Gegenüber sagen will. Dabei ist eines viel wichtiger: die nonverbale Kommunikation.
Von Maria Stadler

Dieser Text erschien zuerst an dieser Stelle bei brigitte.de

Eigentlich ist es ja kein Geheimnis: WAS wir sagen ist im Grunde gar nicht so wichtig. Das gilt nicht nur im Beruf, sondern auch in der Kindererziehung, der Beziehung, in Freundschaften oder bei Vorträgen. Laut Forschung kommunizieren wir nämlich zu 55 Prozent durch Körpersprache, zu 38 Prozent durch Sprache und Stimme und gerade mal zu 7 Prozent durch den Inhalt der verbalen Botschaft. Trotzdem denkt man am Ende doch irgendwie immer mehr über das WAS nach als über das WIE. Besonders wenn es darum geht, mehr Gehalt zu fordern, fällt vielen ein selbstbewusstes Auftreten schwer. Dabei wäre es hier umso wichtiger zu zeigen: "Ich bin mehr wert!"

Unsere 10 Tipps für einen gelungenen nonverbalen Auftritt:

1. Wie sie einen Raum betreten, sagt viel aus

Schon wie Sie einen Raum betreten, sagt viel über sie aus. Gehen Sie geduckt? Glucksen Sie vor Nervosität? Sehen sie verängstigt aus? Widmen Sie mehr Zeit als notwendig der Türklinke? Stellen Sie sich einfach vor, Sie betreten eine Bühne. Spot on, und lächeln!

2. Kleiden Sie sich für den Job, den Sie wollen

Menschen tendieren dazu, Ihnen das zu glauben, was Sie über sich selbst denken. Sie finden, sie sollten mehr Kundenkontakt haben? Dann kleiden sie sich so, als hätten Sie das bereits. So traut man es Ihnen eher zu.

3. Die unsichtbaren Fäden weisen den Weg

Stellen Sie sich vor, an Ihrem Scheitel und an Ihrer Brust seien zwei kleine Fäden, die ständig gespannt sind. Und zack, schon nehmen Sie die perfekte Körperhaltung ein.

4. Machen Sie sich gerade

Nichts ist schlechter für Ihr Standing als eine geduckte Opferhaltung. Schulter nach hinten, Kopf nach oben, nutzen Sie den Luftraum. Er gehört Ihnen.

5. Bloß nicht schützen. Das haben Sie nicht nötig.

Verkreuzte Arme, verschränkte Hände, verknotete Beine... wenn Sie in Schutzhaltung gehen, drücken Sie Angst aus. Viel besser: Zeigen Sie offen Ihre verletzlichen Körperstellen, also Kehle und Brust. Ein albernes Überbleibsel aus Zeiten, in denen der Stärkere dem Schwächeren einfach eins mit der Keule übergezogen hat. Wer offen Brust und Kehle zeigte, fürchtete wohl auch keine Keule. Aber auch wenn es albern ist. Es wirkt.

6. Bleiben Sie fokussiert

Souveränität beginnt mit Fokussiertheit. Schweigen Sie bloß nicht ab, um schon den nächsten Satz vorzubereiten. Wenn Sie nicht mental im Gespräch bleiben, verlieren Sie Ihre Souveränität.

7. Blickkontakt aushalten

Auch ein Ding aus dem Tierreich, zu dem wir letztendlich ja gehören. Wer den Blickkontakt hält, gewinnt. Wenn am Ende beide gewinnen, umso besser.

8. Privatismen vermeiden

Wir alle haben Privatismen. Was das ist? Einfach irgendwelche komischen Angewohnheiten. Haare dauernd aus dem Gesicht streichen zum Beispiel. Oder mit den Fingern knacken. All das hat bei der Arbeit nichts zu suchen, weil es – wie der Name schon sagt – privat ist und das ist in vielen Berufsgruppen nun mal das Gegenteil von professionell.

9. Stimmen Sie sich ein

Tiefe, feste Stimmen werden automatisch besonders souveränen und erfolgreichen Menschen zugeschrieben. Nutzen Sie das und brummen Sie sich möglichst tief durch die Welt. Die Stimme kann man nämlich immer auch ein bisschen kontrollieren. Und das lohnt sich, denn piepsige Stimmen wirken leider immer ein bisschen inkompetent.

10. Denken Sie nicht erst kurz vor der Verhandlung über Ihr Standing nach

All diese Regeln erst am Tag der Gehaltsverhandlung zu beachten, bringt wenig. Auch wenn das Umfeld im Job sich ganz kuschelig und warm anfühlt, darf man sich ruhig ein bisschen Mühe geben, die tiefbrummende und unverletzliche Person in sich zu präsentieren, anstatt dem Mäuschen das Zepter zu überlassen. Wenn alles gut läuft, rollt dann bald schon der Rubel.


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