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Lohnerhöhung: Das sind die größten Fehler bei Gehaltsverhandlungen

Sie finden, dass Sie zu wenig Lohn bekommen? Und wollen endlich den Chef davon überzeugen, dass er das Gehalt erhöht? Dann sollten sie diese Fettnäpfchen und groben Fehler beim Gehaltsgespräch besser umschiffen.

Eine Spielfigur steht auf einigen 100-Euro-Scheinen und hält ein Schild mit der Forderung "Mehr Lohn" hoch.

In Verhandlungen eine Gehaltserhöhung zu erreichen, ist gar nicht so einfach. 

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Das Mitarbeitergespräch steht an - der optimale Moment, um mit dem Vorgesetzten über eine Gehaltserhöhung zu sprechen. Doch welche Argumente überzeugen den Chef? Und welche Fehler sollte man besser vermeiden?

Vor allem Frauen tun sich schwer bei Gehaltsverhandlungen. Studien belegen, dass Frauen zu schnell einknicken, sich mit zu wenig Geld zufrieden geben und oftmals zu unsicher verhandeln. Doch auch Männer machen Fehler beim Gehaltspoker.

Dies sind die fünf größten Fehler, die Sie bei der Gehaltsverhandlung besser nicht machen sollten.

1. Schlechte Vorbereitung

Ohne Vorbereitung geht gar nichts. Daher sollte man sich schon vorab einige Gedanken machen: Wo liegen die Stärken, welche Leistung bringt man? Wurden weitere Aufgaben übernommen, kam Personalverantwortung dazu oder haben sich die Geschäftszahlen maßgeblich verbessert? Diese Antworten sind das größte Kapital beim Gehaltspoker. Überdurchschnittliche Leistung erhöht die Chance auf ein Lohnplus.

2. Über finanzielle Belastung klagen

Ihr Chef kann nichts dafür, dass Sie sich ein Haus /Auto/Pferd gekauft haben und die Kinder studieren/ eine Privatschule besuchen/ ein Pony haben wollen. Auch die Arbeitslosigkeit des Partners oder die Pflegefälligkeit der Mutter sind zwar traurig, aber keine Begründung für mehr Geld. Denn: Die Firma trägt nicht die Verantwortung für private Sorgen. Solche "Argumente" für eine Lohnerhöhung sind bedauerlich - aber unprofessionell.  

3. Leistung klein reden

Ein Klassiker des Gehaltpokers: Mitarbeiter fordern nur eine minimale Erhöhung und können die eigene Leistung nicht realistisch einschätzen, denn sie verkaufen sich brutal unter Wert. Damit machen sie es dem Personaler natürlich leicht, denn der kann den Angestellten mit ein paar Cent im Monat mehr nach Hause schicken. Daher gilt: Gehen Sie besser mit einer etwas höheren Summe in die Verhandlung. Denn es muss klar sein: Sie werden kaum die Summe durchdrücken, die Sie zu Beginn der Verhandlungen fordern.

4. Zu viel fordern

Das andere Extrem: Sie sind zu gierig. Gerade Mitarbeiter, die schon einige Zeit auf eine Gehaltserhöhung verzichten müssen, verlangen eher unverhältnismäßig hohe Summen. Oder sie überschätzen die eigene Leistung. Daher ist der erste Punkt in dieser Liste auch so wichtig: Nur wer seine eigene Leistung realistisch einschätzt, kann den goldenen Mittelweg bei den Gehaltsverhandlungen finden. Besonders ärgerlich: Im Gegensatz zu den "Unter-Wert-Verkäufern" ramponieren sich die gierigen Lohnforderer ihr Image und gelten als Raffzähne. 

5. Ziel- ... 

Da man den Chef nicht locker im Flur um eine Gehaltserhöhung bitten sollte, holt man sich besser einen offiziellen Termin. Dadurch sind Sie im Gespräch ungestört und werden auch nicht unterbrochen. Hat das Unternehmen gerade desaströse Geschäftszahlen veröffentlicht, ist der Zeitpunkt weniger günstig. Im Herbst planen viele Unternehmen schon für das kommende Jahr - wer hier mit Forderungen um die Ecke kommt, hat bessere Aussichten als zum Jahresende, wenn die Zahl der Lohnforderer traditionell ansteigt. Auch das Frühjahr bietet sich für Verhandlungen an.

... und zeitlos

Aber auch über das Ziel sollten sich Mitarbeiter vorab klar werden: Wie viel will ich wirklich verdienen? Wo ist meine unterste Schmerzgrenze? Hat man so gar keine Vorstellung, wie viel man verlangen kann, helfen Vergleichsportale im Netz, die einen Durchschnitt der Branchen und Positionen in Firmen abbilden. Für die erste Orientierung ist das ausreichend. Auch ein vertrauliches Gespräch mit dem Betriebsrat kann helfen, die richtige Summe zu finden.

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Frust im Job

Ein Chef, der Sie nicht mag. Oder eine Aufgabe, die Sie kaum bewältigen können: Frust kommt schnell auf im Büro. Sie sollten sich fragen, was Sie selbst tun können, damit Sie nicht schon am Montag vollkommen lustlos ins Büro schlurfen. Liegt es an der Gesamtsituation? Oder am Vorgesetzten? Dann ist ein Jobwechsel eine logische Alternative.

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kg