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Studie: Mittelstand in Krise zögerlich

Mittelständische Firmen in Deutschland reagieren einer Studie zufolge überwiegend zögerlich auf die wirtschaftliche Flaute.

Statt neue Geschäftsfelder zu erschließen oder Kooperationen zu suchen, setzten die Chefs eher auf Kosten sparende Produktion und Einstellungsstopps, ergab eine am Mittwoch vorgestellte Umfrage im Auftrag des "manager magazins" und des Stromanbieters Watt. Schuld an der schwierigen Lage geben die Bertriebe vor allem der Konjunktur-Schwäche und der Politik. Das Tarifrecht wird dagegen kaum als Problem gesehen.

Als wichtigste Ursachen der Krise nannten mehr als 60 Prozent der Firmenchefs die schlechte wirtschaftliche Situation der Kunden, steigenden Preisdruck und die Politik. Hierbei wurden vor allem komplizierte Steuergesetze und zu viel Bürokratie bemängelt, aber auch fehlende staatliche Förderungen und zu wenig Schutz vor ausländischer Konkurrenz. Nur 30 Prozent der Inhaber oder Geschäftsführer klagten über das Tarif- und Arbeitsrecht. Auf Kritik stießen dann zu hohe Lohnnebenkosten und der Kündigungsschutz. Nur neun Prozent der Mittelständler wollen aber aus dem Flächentarifvertrag ausscheren.

Ihre wirtschaftliche Lage schätzten die Unternehmen zu 69 Prozent als negativ ein. Aus Sicht des Parlamentarischen Staatssekretärs im Bundeswirtschaftsministerium, Rezzo Schlauch (Grüne), sollten Firmen den Sündenbock nicht zu sehr außerhalb suchen, sondern stärker auf Innovation setzen. Problematisch sei nach wie vor die zögerliche Kreditvergabe der Banken. Für die Studie wurden 512 Firmen mit einer Million Euro Mindestumsatz und bis zu 500 Beschäftigten befragt.

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