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Urteil: Arbeitnehmerrechte auch für freie Handelsvertreter

Freie Handelsvertreter können unter Umständen Arbeitnehmerrechte und damit den gesetzlichen Kündigungsschutz geltend machen. Das geht aus einem Urteil des Arbeitsgerichts Frankfurt hervor.

Auch freie Handelsvertreter können unter Umständen Arbeitnehmerrechte und damit den gesetzlichen Kündigungsschutz für sich in Anspruch nehmen. Das geht aus einem Urteil des Arbeitsgerichts Frankfurt hervor. Die Richter gaben damit der Klage eines Handelsvertreters gegen einen Finanzdienstleister statt und erklärten die Kündigung des so genannten Agenturvertrages für unwirksam (Az.: 9 Ca 1080/02.)

Kündigung trotz Vertragsverletzung

Das Unternehmen hatte von dem als Handelsvertreter für die Akquirierung von Kundenaufträgen zuständigen Mitarbeiter die genaue Einhaltung bestimmter Arbeitszeiten verlangt. Als sich der Vertreter unter Hinweis auf den Agenturvertrag weigerte, die Zeitvorgaben zu akzeptieren, wurde ihm gekündigt.

Laut Urteil müssen sich freie Mitarbeiter eines Unternehmens nicht zu bestimmten Arbeitszeiten oder der Einhaltung von Dienstplänen verpflichten lassen. Bestehe ein Unternehmen dennoch darauf, behandle es den Mitarbeiter wie einen Arbeitnehmer, was auch den gesetzlichen Kündigungsschutz einschließe, sagte die Gerichtsvorsitzende.