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Deutschland Konsumlust wächst trotz steigender Infektionszahlen wieder an

Passanten tummeln sich in einer Einkaufsstraße.
Trotz Lockdown und Corona-Mutationen steigt die Konsumlust der Deutschen wieder an (Archivbild)
© Markus Scholz / DPA
Trotz steigender Infektionszahlen und der Ausbreitung von neuen Coronavirus-Mutationen ist die Konsumlust der Deutschen zum Frühjahr hin leicht gewachsen. Auch Konjunktur- und Einkommenserwartung steigen in der Bevölkerung. 

Nach dem Einbruch der Verbraucherstimmung nach Weihnachten hat sich das Konsumklima in Deutschland wieder etwas erholt. Das Nürnberger Konsumforschungsunternehmen GfK ermittelte in ihrer neuesten Konsumstudie Verbesserungen sowohl bei der Kauflust als auch bei der Erwartungen zum künftigen Einkommen. Für März prognostizierte die GfK am Donnerstag einen Wert von minus 12,9 Punkten und damit 2,6 Punkte mehr als im Februar. Die Studie verzeichnete Zugewinne für die Konjunktur- und Einkommenserwartung, sowie für die Anschaffungsneigung.

Hoffnung auf Impfung und Lockerungen

"Die Verbraucher erholen sich etwas von dem Schock, der sie nach dem harten Lockdown Mitte Dezember erfasst hat. Die zuletzt gesunkenen Infektionszahlen und die angelaufenen Impfaktionen nähren die Hoffnungen auf eine baldige Lockerung der Maßnahmen", sagte der GfK-Konsumexperte Rolf Bürkl.

Er warnte jedoch auch vor allzugroßem Optimismus. "Eine nachhaltige Erholung der Anschaffungsneigung und damit auch des Konsumklimas wird es erst dann geben, wenn der harte Lockdown beendet wird und Geschäfte sowie Hotels und Restaurants wieder öffnen", sagte der Experte. "Sollten die Maßnahmen dagegen sogar noch einmal verlängert werden, schwinden die Chancen auf eine zügige Erholung und dem Konsumklima stehen weiterhin schwierige Zeiten bevor."

Das Hamburger Finanzunternehmens Deposit Solutions hatte vor einigen Tagen eine Studie veröffentlich, aus der hervorging, dass viele Europäer in der Corona-Pandemie bisher deutlich sparsamer leben. Im vergangenen Jahr flossen im Saldo 585 Milliarden Euro neu auf Giro- und Sparkonten in der Eurozone. Damit sei das Sparvolumen im Währungsraum gegenüber dem Vorjahr um 48 Prozent gewachsen. Ein Großteil der neuen Gelder, rund 150 Milliarden Euro, entfalle auf deutsche Sparer, hieß es. In den kommenden Monaten soll die Konsumstimmung nun wieder ansteigen.

Corona-Krise

Konjunktur- und Einkommenserwartung steigen

Die Einkommenserwartung der Deutschen hat nach Rückgängen in vier Monaten in Folge im Februar wieder zugelegt. Die Erwartungen lägen aber immer noch deutlich unter denen des Vorjahres. Hintergrund sei die Hoffnung auf höhere Einkommen nach dem Ende des Lockdowns und die Erwartung, dass Kurzarbeit zurückgefahren werden könne.

Bei Konjunktur- als auch Einkommenserwartung konnten demnach die Verluste aus dem Vormonat mehr als wettgemacht werden. Bei der Anschaffungsneigung allerdings, die zu Jahresbeginn knapp 37 Punkte verloren hatte, wurde mit einem Plus von 7,4 Zähler nur etwa ein Fünftel der Vormonatsverluste aufgeholt. Momentan liegt der Indikator nach GfK-Angaben noch mehr als 46 Punkte unter Vorjahresniveau.

Auch was die Konjunktur angeht, sind die Deutschen derzeit optimistisch. Der Indikator liege derzeit sogar über dem Vorjahr – einem Zeitpunkt also, als die Auswirkungen und die Schwere der Pandemie noch nicht annähernd absehbar waren. Wesentliche Teile der deutschen Wirtschaft, wie zum Beispiel das verarbeitende Gewerbe, seien aktuell nicht von den Schließungen betroffen, die Auftragslage habe sich zuletzt wieder verbessert. Zum Optimismus trage unter anderem auch die positive Entwicklung des chinesischen Binnenmarktes bei, was in erster Linie deutsche Exporte fördere.

Für ihre repräsentativen Studien zum Konsumklima führt die GfK monatlich Interviews mit Verbrauchern zu ihrer Konjunkturerwartung, ihrer Einkommenserwartung und ihrer Anschaffungsneigung. Für die aktuelle Erhebung wurden vom 4. bis 15. Februar rund 2000 Menschen befragt. Der Konsum gilt als eine wichtige Stütze der wirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland.

jus DPA AFP

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