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Managerschelte: CDU tadelt Wirtschaftslenker

Führungskräfte dürften nicht ihr ganzes Denken auf Bilanzzahlen ausrichten, schimpft Laurenz Meyer von der CDU. Managerschelte ist wieder im Trend, eine Studie belegt wie unbeliebt die ökonomische Elite hier zu Lande ist.

Der CDU-Generalsekretär Laurenz Meyer teilte in einem Presse-Interview gegen die deutschen Manager aus. Sie seien unpatriotisch und hätten statt Menschen ihre Bilanzen im Kopf. "Wir haben heute leider eine Vielzahl von Managern, denen völlig egal ist, wie viele Arbeitsplätze noch in Deutschland sind, und die keine emotionalen Bindungen an das Land haben", sagte Meyer der "Financial Times Deutschland". "Das ist die völlig falsche Grundeinstellung." In den vergangenen Jahren seien über eine Million sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze in Deutschland abgebaut worden.

Manager seien unpatriotisch

Führungskräfte dürften nicht ihr ganzes Denken allein auf Bilanzkennzahlen ausrichten, sagte Meyer. "Der Patriotismusgedanke gehört auch in die Chefetagen." Dem gegenüber stünden kleine und mittlere Unternehmen, sagte der CDU-Politiker. "Da imponieren mir die vielen Mittelständler mit ihrer Verbindung in die Heimatregion." Gerade sie seien es, die auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten so weit wie möglich an ihren Beschäftigten festhielten.

Mehrheit findet Manager "unredlich"

Mit seiner Managerschelte liegt Meyer im Trend. Meinungsforscher vom Gallup Institut fanden im Auftrag des Weltwirtschaftsforums (WEF) in Genf heraus, dass in Deutschland weltweit das kritischste Klima herrscht, wenn es um die Bewertung der wirtschaftlichen Führung geht. Die Managerelite bekommt in Deutschland mit dem Prädikat "unredlich" von 71 Prozent der Befragten die schlechtesten Noten, im Vergleich zu 39 Prozent weltweit. Acht von zehn Deutschen glauben außerdem, dass die Wirtschaftsführer zuviel Macht haben.