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Abgas-Skandal: VW schreibt im dritten Quartal 3,5 Milliarden Euro Verlust

Zum ersten Mal seit drei Jahren verzeichnet VW Verluste: Im dritten Quartal schreibt der Konzern einen Verlust von 3,5 Milliarden Euro. Grund sind die Rückstellungen in Höhe von 6,6 Milliarden Euro wegen des Abgas-Skandals.

Dritten Quartal verzeichnet VW einen Minus von rund 3,5 Milliarden, vor Zinsen und Steuern.

Neuwagen des VW-Konzerns stehen zur Verschiffung bereit. Im Dritten Quartal verzeichnet VW einen Minus von rund 3,5 Milliarden, vor Zinsen und Steuern.

Der Skandal um manipulierte Abgaswerte hat dem Volkswagen-Konzern im dritten Quartal Milliardenverluste eingebrockt. Vor Zinsen und Steuern (Ebit) steht ein Minus von rund 3,5 Milliarden Euro, auch unter dem Strich ist das Ergebnis mit minus 1,7 Milliarden Euro tiefrot. Das teilten die Wolfsburger am Mittwoch mit.

Grund seien die Rückstellungen in Höhe von 6,6 Milliarden Euro. "Erste Auswirkungen der derzeitigen Situation" träten damit "klar zu Tage", erklärte der Vorstandsvorsitzende Matthias Müller. Den Umsatz konnten die Wolfsburger im Vergleich zum Vorjahresquartal auf rund 51,5 Milliarden Euro steigern, was einem Anstieg von 5,3 Prozent entspricht.

An der Börse legt VW zu

Die Erklärung dafür, dass die Zahlen beim Nachsteuerergebnis nicht noch schlechter ausfielen, liegt in der Besonderheit des China-Geschäftes bei den Wolfsburgern. Da Volkswagen im Reich der Mitte mit Partnern unterwegs ist, behandeln die Buchhalter die Gewinne von dort nur wie eine Art Beteiligung. Daher fließt der Ertrag ins Finanzergebnis und taucht somit vor Zinsen und Steuern noch gar nicht auf. Bis Ende September lagen die anteiligen operativen Ergebnisse der chinesischen Joint Ventures stabil bei 3,8 (3,9) Milliarden Euro.

Volkswagen arbeitet derzeit den größten Skandal in seiner Unternehmensgeschichte auf. Der Konzern hat zugegeben, Abgaswerte von Dieselfahrzeugen durch eine Software manipuliert zu haben, die bei Tests zu einem niedrigeren Schadstoffausstoß führte als im Normalbetrieb. Weltweit wurde die Software in bis zu elf Millionen Autos eingebaut.

An der Börse legte die VW-Aktie nach Bekanntgabe der Zahlen um mehr als vier Prozent zu und setzte sich damit an die Dax-Spitze. "Der Anstieg ist eigentlich nicht berechtigt, noch immer ist das Ausmaß der Affäre nicht abzuschätzen und auch die erhöhten Rückstellungen dürften nicht ausreichen", sagte ICF-Anlagestratege Heino Ruland.

ivi / DPA / AFP / Reuters
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