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Airbus-Sparpläne: Jetzt streiken auch die Franzosen

Während sich die Proteste in Deutschland wieder gelegt haben, sind nun in Frankreich tausende Airbus-Mitarbeiter gegen das umstrittene Unternehmens-Sparprogramm "Power8" auf die Straße gegangen. Das Thema dominiert zunehmend auch den französischen Präsidentschaftswahlkampf.

In Frankreich sind tausende Airbus-Beschäftigte aus Protest gegen die Sparpläne des Flugzeugbauers in Streik getreten. In Toulouse kamen die Arbeiter in mehr als 100 Bussen ins Zentrum, um gegen die angekündigten Sparmaßnahmen in den französischen Werken zu protestieren. In der nördlichen Stadt Meaulte marschierten etwa 1500 Beschäftigte bei strömendem Regen durchs Zentrum. In den deutschen Airbus-Werken in Varel, Nordenham und Laupheim blieb die Lage ruhig. Dort hatten die Beschäftigten nach einem Streik in der vergangenen Woche wieder ihre Arbeit aufgenommen.

Airbus ist wegen Lieferschwierigkeiten beim Großraumjet A380 und hohen Entwicklungskosten für den neuen A350 XWB in eine Krise geschlittert, die den ganzen Konzern in Mitleidenschaft zieht. Im Rahmen des umstrittenen Sparprogramms "Power8", das vergangene Woche vorgestellt wurde, sollen bei dem Flugzeugbauer 10.000 Stellen wegfallen. Frankreich trifft es dabei härter als Deutschland. Beim Nachbarn werden 4300 Jobs gestrichen, hier zu Lande 3700.

"Es ist nicht in Ordnung, dass einer der Juwelen der europäischen Technologie über einen Zeitraum von vier Jahren 10.000 Stellen streicht, während sein Auftragsbuch für mehrere Jahre gut gefüllt ist", kritisierte der Chef der Gewerkschaft CGT, Bernard Thibault, in der Zeitung "Les Echos". Insgesamt hatten drei Gewerkschaften zu dem Streik in Frankreich aufgerufen. EADS soll am Freitag die Bilanz für 2006 vorstellen. Fest steht bereits, dass Airbus rote Zahlen geschrieben hat. Das Thema dominiert zunehmend den französischen Präsidentschaftswahlkampf. Die sozialistische Kandidatin Segolene Royal sollte am Dienstag mit Bundeskanzlerin Angela Merkel in Berlin über die Airbus-Krise sprechen.

Reuters / Reuters