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Airbus-Sparprogramm: Stichwort "Power 8"

Mit einem drastischen Sparprogramm soll der Flugzeughersteller Airbus wieder salonfähig gemacht werden. Das Stichwort "Power 8" steht für Kosteneinsparungen, Stellenabbau und eine Steigerung der Produktivität.

Schon im Oktober 2006 hatte EADS für seine krisengeschüttelte Tochter Airbus ein Sparprogramm namens Power 8 angekündigt, um das aber bis jetzt heftig gerungen wurde. Das Sparprogramm ist notwendig, weil die Verzögerungen bei der Auslieferung des Großflugzeugs A380 um ein weiteres Jahr den Konzern 4,8 Milliarden Euro kosten werden. Mit dem Acht-Punkte-Plan namens Power 8 will EADS den verloren gegangenen Vorsprung von Airbus gegenüber Boeing wieder herstellen und "den finanziellen Auswirkungen der Verzögerung sowie der Dollarschwäche entgegenwirken".

Vorgabe ist es, bis 2010 rund fünf Milliarden Euro Bargeld einzusparen und "ab 2010 jährliche Kosteneinsparungen in Höhe von mindestens zwei Milliarden Euro zu erzielen". Um das zu erreichen, will der europäische Flugzeugkonzern die Produktion neu organisieren. Die Entwicklungszeiten für neue Flugzeuge müssten um zwei Jahre verkürzt und die Produktivität insgesamt um 20 Prozent gesteigert werden, teilte EADS mit. Abstimmungsschwierigkeiten zwischen Toulouse und Hamburg hätten sich als Hauptursache für das A380-Fiasko entpuppt.

Deshalb werde keine Tabus mehr geben: Alle Fabriken würden überprüft. Was nicht wettbewerbsfähig sei, werde ausgelagert. Die Zahl der Zulieferer solle um 80 Prozent reduziert werden. Welche Werke und wie viele Arbeitsplätze von der Neuorganisation wie betroffen sind, war aber bis zuletzt auch auf politischer Ebene zwischen Frankreich und Deutschland heftig umstritten. Die Bundesregierung hatte davor gewarnt, dass Deutschland bei den Zukunftstechnologien abgehängt werden könnte, etwa der Flugzeugfertigung aus Kohlefaser statt Metall. Erst im zweiten Anlauf hatte der EADS-Verwaltungsrat am Montagabend die korrigierten Power-8-Pläne gebilligt.

AP / AP
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