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Plagiate: Dreist kopiert – Aldi bietet nachgemachtes Traditionsgeschirr zum Spottpreis an

In Deutschland macht Lidl Lemonaid dreist nach. In England schafft Aldi Töpfe und Pfannen in die Läden, die wie eine Eins-zu-Eins-Kopie der Produkte von Le Creuset wirken, aber nur einen Bruchteil der Originale kosten.

Bis auf den Firmennamen ist kein Unterschied zu erkennen.

Lidl kopiert fair gehandelte Limonade und nimmt dabei in Kauf, eine Firma wie Lemonaid in Existenznot zu bringen. Skrupel hat der Discounter dabei nicht und juristische Probleme muss der Handelsriese nichts fürchten. Die Kopie macht genau den gleichen Eindruck wie das Original, aber schaut man genauer hin, gibt es doch genügend Abweichungen, sodass eine Klage von Lemonaid wohl aussichtslos wäre.

+++ Lesen Sie dazu: "Lemonaid-Gründer über Lidl-Kopie: "Sie schmücken sich mit unseren Werten"". +++

Dieses üble Vorgehen ist offenbar kein Einzelfall. In Großbritannien hat es Aldi auf den Markt einer Traditionsmarke abgesehen. Le Creuset aus Frankreich stellt seit 1925 Kochgeschirr her.

Die Töpfe und Pfannen aus emailliertem Gusseisen halten ein Leben lang. Neben der guten Qualität verfügen sie über ein unverwechselbares Design. Die spezielle Farbe der Emaille und die Form der Deckel sind unverwechselbar. Jeder kennt die Töpfe und Tiegel, auch Menschen, die sich nicht für Markennamen von Kochgeschirr interessieren.

Das komplette Aldi -Ensemble

Das komplette Aldi -Ensemble

Hersteller

Bei Aldi UK steht ab dem 20. September ebenfalls eine Kollektion von Emaille-Geschirr in den Regalen. Auf den Fotos wirken die Töpfe und Pfannen wie eine direkte Kopie des Originals. Selbst die typischen Ringe auf den Deckeln hat man übernommen, dazu die speziell geformten Henkel und natürlich auch die Traditionsfarben der Emaille.

Das Kalkül von Aldi ist einfach: Die Produkte von Le Creuset sind begehrt, aber ziemlich teuer. Der kleinste Schmortopf kostet 90 Euro, er ist das günstigste Kochgeschirr der Franzosen. Für eine Schmorpfanne werden durchaus auch mal 200 Euro verlangt.

Plagiarius-Award 2018: Original und Plagiat: So schamlos fälschen Produktpiraten Markenware
Gewinner Plagiarius 2018: Küchen-Schneidgerät "Nicer Dicer Plus"  Das Original (links) kommt von der deutschen Firma Genius aus Limburg, das Plagiat aus China. Die chinesische Firma kopiert auch viele andere Genius-Produkte, inklusive Firmen- und Produktnamen. Die Schneidklingen der Fälschung sind laut "Aktion Plagiarius" stumpf und brechen leicht, der verwendete Kunststoff enthält gesundheitsschädliche Substanzen.

Gewinner Plagiarius 2018: Küchen-Schneidgerät "Nicer Dicer Plus"

Das Original (links) kommt von der deutschen Firma Genius aus Limburg, das Plagiat aus China. Die chinesische Firma kopiert auch viele andere Genius-Produkte, inklusive Firmen- und Produktnamen. Die Schneidklingen der Fälschung sind laut "Aktion Plagiarius" stumpf und brechen leicht, der verwendete Kunststoff enthält gesundheitsschädliche Substanzen.

Die Preise für Aldis Töpfe fangen bei umgerechnet 15 Euro an. Die klassische Auflaufform aus dem Foto oben kostet bei Aldi keine 30 Euro, für das vergleichbare Original werden im Großbritannien umgerechnet 250 Euro verlangt. Für die Tajine – ein nordafrikanisches Schmorgefäß – werden vom Discounter schmale 22 Euro berechnet. Le Creuset möchte für die Tagine in der Größe "35 Zentimeter" 217 Euro bekommen. Kauft man die ganze Kollektion, soll die Ersparnis weit über 700 Euro betragen.

Aldi erklärte dazu, dass dieses Sortiment darauf abziele, angehenden Köchen die Möglichkeit zu bieten, zu Hause mit Gusseisen zu kochen. Das sei nur mit den reduzierten Preisen möglich.

Für Le Creuset sind diese Praktiken überaus ärgerlich. Denn sicherlich werden viele Kunden, die mit einem Original geliebäugelt haben, nun doch einen Billig-Topf kaufen. So verlieren die Franzosen Umsatz und Kunden. Dazu wird der besondere Eindruck des Designs verwässert, wenn in Zukunft überall dieses Geschirr in diesem Look herumsteht.

Letztlich wird auch das Ansehen von Le Creuset leiden. Die Original-Töpfe mögen teuer oder auch "zu teuer" sein, aber ihre Qualität steht außer Frage. Mit Schund wird man nicht Weltmarktführer in diesem Segment. Dass die Aldi-Klone qualitativ auf dem gleichen Level mithalten können, muss man bei den Preisen bezweifeln. Und wie bei anderen Kopie auch wird die schlechte Qualität des Klons letztlich auf das Image des Originals abstrahlen. Denn die Kunden sind schizophren: Zuerst kaufen sie den Billig-Klon, aber die schlechten Erfahrungen damit nehmen sie dem Original übel.

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.