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Discounter Aldi punktet gegen Rewe und Edeka - doch mächtige Konkurrenz rückt näher

Aldi punktet gegen die Konkurrenz
Aldi punktet gegen die Konkurrenz
© Hauke-Christian Dittrich/ / Picture Alliance
Aldi setzt auf Markenangebote - mit großem Erfolg. Supermärkte wie Rewe und Edeka spüren die Macht des Discounters. Doch neue Wettbewerber könnten Aldi künftig zusetzen.

Markenprodukte sind der Schlüssel - zumindest für Aldi. Seit einigen Jahren räumt der Discounter zunehmend Markenartikel in die eigenen Regale. Und nimmt damit den großen Supermarktketten wie Rewe oder Edeka Marktanteile ab. So lief der Jahresstart für die Vollsortiment-Märkte nur durchwachsen, berichtet die "Lebensmittelzeitung". Nun soll es das Ostergeschäft richten - doch auch hier punktet Aldi.

"Der Gewinner im Markt ist Aldi", zitiert das Branchenblatt Marktforscher. Sie werten die Markenaktionen von Aldi als Testballons. Und prognostizieren, dass der Discounter in diesem Jahr diese Strategie noch weiter ausbauen wird. Denn: Laut den Marktforschern gelingt es Aldi mit der Markenware, auch jüngere Kunden zu gewinnen. Gerade zu den Osterfeiertagen locke das Markenangebot bei Aldi Nord. Dazu kommt eine Neuausrichtung der Eigenmarken, die ebenfalls das Geschäft befeuern. Bei Aldi Süd wanderten zuletzt 150 neue Artikel ins Sortiment - davon mehr Eigenmarken als Markenartikel, so die "Lebensmittelzeitung".

Aldi will in China wachsen

Was in Deutschland gut funktioniert, soll nun auch im Ausland weiter wachsen. Aldi Süd drängt nach China - einen gigantischen Markt für Lebensmitteleinzelhändler. Zwar ist dort vor Ort der Onlinehandel auch von Lebensmitteln schon deutlich alltäglicher als hierzulande, doch Experten rechnen dem Discounter gute Chancen ein. "Ein Discounter kann sich als wohnortnahe Kleinfläche positionieren und in einem Schwellenland mit schnell alternder Bevölkerung eine erhebliche Verbraucherrelevanz entwickeln", sagt Boris Planer vom Marktforscher Planet Retail RNG zum "Handelsblatt". "Aldi sollte regelmäßig Produktinnovationen liefern, um die Kunden interessiert zu halten." Aldi Nord ist bereits mit 30 Filialen in China vertreten.

Neue Konkurrenz kommt aus China

Doch ausgerechnet aus dem Reich der Mitte kommen auch neue und mächtige Konkurrenten. Chinas Händler wie Alibaba oder JD.com wachsen rasant und nehmen langsam auch den europäischen Markt ins Visier, so eine aktuelle Studie der Strategieberatung Oliver Wyman. "Die Kräfteverhältnisse im internationalen Handel werden sich in den kommenden Jahren deutlich verschieben", so Rainer Münch, Handelsexperte von Oliver Wyman, zum "Handelsblatt". Jährlich würden die Händler um 50 Prozent zulegen. Und das auch, weil sie geschickt On- und Offline-Shopping verknüpfen.

So checken Kunden mit ihrem Smartphone in die Alibaba-Märkte ein, ihre Einkäufe liefert ein E-Scooter rund einer halben Stunde später nach Hause. Was praktisch für die Kunden ist, lohnt sich auch für die Händler, denn die Kunden lassen durch das Einchecken mit dem Smartphone Daten bei den Unternehmen. "China entwickelt sich zum Silicon Valley der Handelsszene. Die Giganten leisten sich dort einen Innovationswettlauf", sagt Münch zum "Handelsblatt". "Ihr Erfolgsmodell basiert auf Kreativität, Flexibilität und Geschwindigkeit."

Lebensmittel liefern lassen

Was in China mit einer atemberaubend Geschwindigkeit passiert, scheint in Deutschland noch in weiter Ferne. Nur ein Prozent der Lebensmittel wird im Internet gekauft, derzeit meist noch eher Weine und Spirituosen als Frischmilch oder Wurst. Zwar sagen Experten diesem Bereich enorme Zuwachsraten voraus - doch die Märkte tun sich bislang schwer mit dem Ausbau. Zu gering ist bisher die Nachfrage, zu hoch sind die Kosten für die Lieferung. Branchenexperten hatten gehofft, dass der Marktstart von Amazon Fresh die Entwicklung beschleunigen könnte. Doch seither ist wenig passiert. Laut dem "Handelsblatt" sei es nicht mehr ausgeschlossen, dass Chinesen sich per Übernahme einer Supermarktkette den Zugang zum deutschen Markt verschaffen. Ein solcher Schritt würde die Kräfteverhältnisse schnell verändern. Auch Deutschlands Discounter müssten sich dann gänzlich neu ausrichten.

Eine Frau steht neben einem großen Stapel von Teppich-Proben
kg

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