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Nicht verkaufte Produkte: Aldi-Filialen spenden Lebensmittel an Bedürftige - doch in Frankreich ist man schon viel weiter

Einige Aldi-Filialen in Großbritannien haben sich mit zwei Hilfsorganisationen zusammengetan, um nicht verkaufte Lebensmittel künftig an Bedürftige zu spenden. Allerdings geschieht das alles freiwillig, in Frankreich müssen Supermärkte längst Essen retten.

Aldi-Filiale in Großbritannien

Aldi in Großbritannien spendet an die Tafeln

Picture Alliance

In der englischen Stadt Reading in der Grafschaft Berkshire spendet Aldi künftig nicht verkaufte Lebensmittel an Bedürftige. Unterstützt wird Aldi von zwei örtlichen Hilfsorganisationen und der Communtiy-Plattform  "Neighbourly". Laut dem britischen Regionalportal "BerkshireLive" verschenken nun sieben Filialen des Discounters Lebensmittel. "Wir sind immer auf der Suche nach neuen und kreativen Wegen, um die Menge an gespendeten Lebensmitteln zu erhöhen", sagt Fritz Walleczek, Chef der Nachhaltigkeitssparte bei Aldi UK und Irland zu dem Portal. "Diese Partnerschaft ermöglicht es uns, noch mehr überschüssige Lebensmittel zu verteilen und gleichzeitig eine Vielzahl von Projekten zu unterstützen."

Nicht nur in Großbritannien spendet der Discounter seine nicht mehr verkäuflichen Lebensmittel an karitative Einrichtungen. "Qualitativ einwandfreie Lebensmittel, die wir nicht verkauft haben, stellen die Landesorganisationen der Unternehmensgruppe Aldi Süd überwiegend karitativen Zwecken zur Verfügung. Dazu arbeiten wir unter anderem mit den lokalen Tafel-Organisationen zusammen", heißt es dazu bei Aldi Süd. "Mittlerweile kooperieren 81 Prozent unserer Filialen mit entsprechenden Partnern." Auch der Bruderdiscounter Aldi Nord spendet Lebensmittel.

In Frankreich ist Lebensmittelverschwendung verboten

Das geht manchem Kritiker noch nicht weit genug - denn diese Aktivitäten sind freiwillig und tragen natürlich auch dazu bei, dass eigene Image der Supermärkte  aufzupolieren. In Frankreich hingegen sind größere Supermärkte seit rund drei Jahren dazu verpflichtet, abgelaufene Lebensmittel nicht mehr wegzuschmeißen, sondern sie weiterzureichen. An gemeinnützige Initiativen oder Vereine, aber auch an die Futtermittelindustrie. Im Müll darf Essen dort nicht mehr landen, Lebensmittelverschwendung steht offiziell unter Strafe. Mit dem Ergebnis: Zwischen 2015 und 2017 wurden knapp 20 Prozent mehr Lebensmitteln von Supermärkten an die Tafeln gespendet, berichtet die "SZ".

Auch in Deutschland fordern einige Akteure, dass Supermärkte gesetzlich zur Lebensmittelspende verpflichtet werden. Die Bundesregierung scheute bislang diesen Schritt. Bisher konnte man sich nur darauf einigen, bis 2030 die Verschwendung von Lebensmitteln zu halbieren. Allerdings ohne konkrete Verpflichtungen, die Regierung hofft auf freiwilliges Engagement der Industrie.

 In Großbritannien hingegen haben sich fast alle Supermarktketten schon 2015 dazu verpflichtet, den Lebensmittelmüll radikal zu reduzieren. Zuvor hatte die britische Regierung mit einem Gesetz dazu gedroht. 

stern