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Arbeitgeber-Vorstoß: Weniger Urlaub für Kranke

Kranke sollten künftig weniger Urlaub bekommen. Es sei ein "absolutes Muss", Krankheitstage mit dem Urlaubsanspruch zu verrechnen, fordert der Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks, Otto Kentzler.

Alternativ sei eine Regelung über ein Arbeitszeitkonten möglich. Die Gewerkschaften kündigten harten Widerstand gegen jedweden Eingriff in die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall an.

Urlaub müsse erwirtschaftet werden, begründete Kentzler seinen Vorstoß. Das Handwerk denke jedoch nicht an eine Anrechnung im Verhältnis eins zu eins. Im bayerischen Manteltarifvertrag für Konditoren sei bereits vorgesehen, für je fünf Krankheitstage einen Urlaubstag zu streichen mit einem maximalen Urlaubsverlust von drei Tagen pro Jahr.

Die stellvertretende DGB-Vorsitzende Ursula Engelen-Kefer warnte das Handwerk eindringlich: "Ich kann niemandem empfehlen, hier Hand anzulegen", sagte sie am Sonntag am Rande des bayerischen SPD-Landesparteitags in Hof. Die Gewerkschaften hätten die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall in langen Streiks erkämpft.

Vorschläge für weitere Hartz IV-Korrekturen

Unterdessen zeichnen sich in der Diskussion um die Arbeitsmarktreform Hartz IV lagerübergreifende Vorschläge für weitere Korrekturen ab. Der CSU-Sozialpolitiker Horst Seehofer schloss sich am Wochenende dem rot-grünen Bundestagsbeschluss vom Freitag an, die Zahlung von Arbeitslosengeld nach Beitragszeit zu staffeln und damit gerechter zu gestalten.

Ferner stimmen Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) und der Ombudsrat für die Hartz-IV-Reform offenbar darin überein, den Job-Centern mehr Kompetenzen zuzugestehen. Das berichtete das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". Angesichts der Tatsache, dass sich in den Hartz-IV-Behörden kommunale Sozialämter und die Bundesagentur für Arbeit oft gegenseitig blockierten, müssten die Job-Center künftig weitgehend selbst über Personal und Haushalt bestimmen dürfen, hieß es zur Begründung. Der Ombudsrat, dem auch der frühere sächsische Ministerpräsident Kurt Biedenkopf (CDU) angehört, will laut "Spiegel" ebenfalls mehr Autonomie für die Job-Center fordern.

Neue Pannen beim Arbeitslosengeld II

Nach Informationen der "Berliner Zeitung" haben rund 150.000 Empfänger von Arbeitslosengeld II ihre Anträge auf Fortzahlung der Unterstützung nicht rechtzeitig erhalten. Begründet wurde dies mit einer technischen Panne. Die Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg teilte am Samstag mit, die Regionaldirektionen seien über den Fehler informiert worden. Es sei mittlerweile sichergestellt, dass die Formulare den Betroffenen in den nächsten Tagen vorliegen.

AP