HOME

Arbeitszeit: Porsche-Belegschaft soll härter ran

Porsche legt Wert darauf, als deutscher Autobauer zu gelten - sprich: seine Luxusautos hauptsächlich im Inland zu produzieren. Damit das so bleibt, soll im Zuffenhausen nun flexibler, sprich: mehr gearbeitet werden.

Der Autobauer Porsche will laut "Handelsblatt" deutliche Zugeständnisse der Belegschaft, um zukünftige Investitionen in Deutschland zu tätigen. Dies seien die Voraussetzungen für die Entscheidung über den möglichen Bau der vierten Modellreihe. Dem Bericht zufolge sollen am Mittwoch auf einer Betriebsversammlung im Beisein von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) Eckpunkte eines Standortsicherungsvertrags für das Stammwerk in Stuttgart-Zuffenhausen verkündet werden.

Ein Porsche-Sprecher sagte auf Anfrage, er gehe nicht davon aus, dass der Standortsicherungsvertrag auf der Betriebsversammlung verkündet werde. Es werde aber sicherlich ein Thema sein. Es werde über die Zukunftssicherung für die nächsten fünf Jahre verhandelt, sagte der Unternehmenssprecher.

Kündigungsschutz bis 2010

Der Autobauer will der Belegschaft dem "Handelsblatt"-Bericht zufolge einen Kündigungsschutz bis 2010 anbieten, im Gegenzug sollen die Mitarbeiter flexibleren Arbeitszeitmodellen und dem Wegfall von Pausen zustimmen. Porsche-Chef Wendelin Wiedeking hatte immer wieder gesagt, dass für Porsche das Siegel "Made in Germany" ein wichtiges Verkaufsargument sei.

Porsche-Betriebsratschef Uwe Hück will ein Abwandern der Produktion ins Ausland unbedingt verhindern. Zugleich aber hat er im Vorfeld der Verhandlungen eine harte Gangart angekündigt. "Jede Ausweitung der Arbeitszeit ohne Lohnausgleich ist unmoralisch", wird er im "Handelsblatt" zitiert. Lösungen wie bei Daimler-Chrysler, wo die Beschäftigten im Werk Sindelfingen im vergangenen Jahr erhebliche Einschnitte verkraften mussten, werde es bei Porsche nicht geben, sagte Hück.

Porsche-Chef Wiedeking verweist dem Bericht zufolge hingegen auf die hohen Kosten des Stammwerks in Zuffenhausen. So addierten sich die vertraglich zugesicherten fünf Minuten Pause pro Stunde auf 18 Arbeitstage im Jahr. Seien die Beschäftigten zu Einschnitten bereit, werde der Start der mit Spannung erwarteten vierten Baureihe wohl zur Automobilausstellung in Frankfurt im September verkündet.

Das neue Modell soll die Sportwagen Boxster und 911 und den Geländewagen Cayenne ergänzen und den Vorstoß in die automobile Oberklasse einleiten. Die Planungen seien sehr weit fortgeschritten, seit Monaten beschäftige sich ein enger Führungszirkel mit dem Projekt, berichtete die Zeitung unter Berufung auf Unternehmenskreise. Die Markteinführung sei für 2009 vorgesehen. Das Herzstück, der Motorenbau, soll dann in Zuffenhausen erfolgen, die Endmontage im Porsche-Werk Leipzig.

AP / AP