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Autobanken: Warum Sie bei Opel, Audi, Renault und Co. ein Konto eröffnen sollten

Sie sind auf der Suche nach einem Tagesgeldkonto mit guten Konditionen? Dann schauen Sie mal den Autoherstellern. Denn Opel, Audi und Co. führen ihren Konkurrenzkampf nun über Bankangebote weiter. Aber lohnt sich das für Kunden?

Ein Spielzeugauto steht vor einem 100-Euro-Schein.

Die Banken der Autohersteller bieten attraktive Konditionen beim Tagesgeld - und setzen so klassische Geldhäuser unter Druck. 

Die Niedrigzins-Zeiten sind eine Qual für Sparer: Ob Tagesgeld oder Sparbuch - überall sind die Zinsen auf ein kümmerliches Minimum zusammengeschrumpft. Also schauen Kunden inzwischen auch bei der Nachkommastelle genauer hin. Und - siehe da - beim Tages- und Festgeld mischen inzwischen ganz neue Akteure mit. Autobanken rollen den Markt mit überraschend guten Angeboten auf. 

Tages- oder Festgeldkonten haben längst dem Sparbuch den Rang abgelaufen. Wer heute sein Geld auf dem Spar-Klassiker parkt, bekommt durchschnittlich noch 0,15 bis 0,25 Prozent von den Banken als Zins angeboten. Tagesgeld wirft eine durchschnittliche Verzinsung von 0,40 Prozent ab. Das ist alles ziemlich kläglich - aber mehr ist nicht zu machen. Oder vielleicht doch?

Sieger beim Tagesgeld-Vergleich

Vergleichsportale für Tagesgeldkonditionen führen auf den vorderen Plätzen inzwischen nicht mehr alt bekannte Banken, sondern neue Akteure. So rangiert die Renault-Bank weit vorne, aktuell gibt es bei einer zwölfmonatigen Laufzeit mit 1000 Euro als Sparsumme 1,10 Prozent. Knapp dahinter findet sich die Opel-Bank, die seit vergangener Woche auch Tages- und Festgelder anbietet. Dort bekommen Sparer 1,05 Prozent für ihr Geld. "Wir würden das Angebot in der oberen Mittelklasse einordnen", sagt Max Herbst, Inhaber der FMH Finanzberatung, dem "Handelsblatt".

Auto-Banken für Finanzierung zuständig

Das Geldhaus von Volkswagen liegt nur knapp hinter den Angeboten von Opel und Audi. "Unser Ziel ist es, dass jeder Opel-Käufer auch Kunde der Opel-Bank wird," sagt Opel-Group-Finanzchef Michael Lohscheller dem "Handelsblatt". Die Auto-Banken sind traditionell für die Finanzierung von Neu- und Gebrauchtwagen zuständig. Und verdienen damit gutes Geld: Im vergangenen Jahr konnten die Kreditinstitute das Geschäftsvolumen deutlich steigern. Das Hauptgeschäft liegt immer noch bei Leasing- und Kauffinanzierung - doch auch andere Finanzprodukte wie Tagesgeld oder sogar Versicherungen werden inzwischen angeboten. Damit sollen die Banken der jeweiligen Konzernmutter Kapital beschaffen.)

Kleingedruckte beachten

Auch bei den Anbietern aus der Automobilbranche greift die deutsche Einlagensicherung, die Guthaben der Kunden schützt: Für Beträge bis 100.000 Euro müssen die Banken haften, wenn sie sich am Markt verzockt haben. Für Kunden können diese Angebote sehr verlockend sein. Doch ein Blick ins Kleingedruckte ist ratsam: Hinter lukrativen Konditionen stecken oftmals spezielle Angebote für Neukunden. "Banken, die neu an den Start gehen, werben häufig mit Lock-Zinsen, die weit vor der Konkurrenz liegen", sagt Herbst dem "Handelsblatt".