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Autobauer in der Krise: Daimler macht Milliardenverlust

Die Rezession hat Daimler tiefrote Zahlen eingebrockt: Das Ergebnis sackte auf minus 1,06 Milliarden Euro ab. Experten hatten allerdings noch höhere Verluste vorausgesagt. Für die zweite Jahreshälfte erwartet der Autokonzern allerdings eine langsame Verbesserung dank eines umfangreichen Sparprogramms.

Daimler hat im zweiten Quartal einen Milliardenverlust eingefahren. Wie der Autobauer am Mittwoch in Stuttgart mitteilte, sackte das Ergebnis unter dem Strich von plus 1,4 Milliarden auf minus 1,06 Milliarden Euro ab. Das operative Ergebnis ging von plus 2,05 Milliarden Euro im Vorjahr auf einen Fehlbetrag von 1,005 Milliarden Euro zurück. Trotz dieser immensen Zahl schnitt Daimler mit dem im Vergleich zum ersten Quartal verringerten Betriebsverlust besser als erwartet ab. Analysten hatten im Schnitt einen höheren operativen Verlust von 1,49 Milliarden Euro prognostiziert. Der Konzernumsatz gab im zweiten Quartal um 25 Prozent auf 19,61 Milliarden Euro nach. Seit Herbst vergangenen Jahres zögern die Autofahrer und Speditionen mit Neuanschaffungen - der Absatz reduzierte sich um 31 Prozent auf 391.540 Fahrzeuge.

Vorstandschef Dieter Zetsche sagte, er rechne auch für das Gesamtjahr mit einem deutlichen Umsatz- und Absatzrückgang. Angaben zur Ergebnisentwicklung machte der Manager nicht. Daimler hatte aber bereits angekündigt, auch die Gewinnziele von 2008 wegen der weltweiten Autokrise nicht zu erreichen.

Die massiven Bremsspuren bei dem Premiumhersteller hatten bereits zum Start ins Jahr 2009 eingesetzt. Im ersten Quartal lag der Netto-Verlust bei 1,3 Milliarden und das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) bei minus 1,4 Milliarden Euro. 332.300 Pkw und Nutzfahrzeuge konnten die Stuttgarter in den ersten drei Monaten des Jahres absetzen.

Zetsche: Sparmaßnahmen wirken

Zetsche sagte, die Verringerung der Verluste im Vergleich zum Start ins Jahr 2009 zeige, dass die umfangreichen Sparmaßnahmen bei dem Autobauer mittlerweile griffen. "Ein Vergleich mit dem sehr guten Vorjahresquartal macht aber auch deutlich, welche Hausaufgaben noch vor uns liegen." Daimler hat bereits ein Sparprogramm im Volumen von vier Milliarden Euro aufgelegt. Nach Einschätzung des Managers wird das Pkw-Geschäft im zweiten Halbjahr anziehen. Größtes Sorgenkind bleibe der Lkw-Absatz.

Analysten hoben zwar hervor, dass Daimler die Markterwartungen übertroffen habe, und sprachen von starken Liquiditätskennziffern. Manche Branchenexperten warnten allerdings vor überzogenen Hoffnungen. Daimler sei mit den nun vorgelegten Zahlen einer der schwächsten Autohersteller in Europa, gab Jürgen Pieper vom Bankhaus Metzler zu bedenken. "Besonders der Ausblick ist nicht besonders überzeugend", fügte er hinzu.

AP/DPA/Reuters / AP / DPA / Reuters