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Autobranche: Bis zu 300.000 Kurzarbeiter befürchtet

Angesichts der Wirtschaftskrise droht in der Automobilbranche ein massiver Anstieg der Zahl der Kurzarbeiter. Ende Dezember hatten die Unternehmen für rund 94.000 Beschäftigte Kurzarbeit angemeldet. Bis zum Frühjahr könnte sich die Zahl nach Expertenansicht verdreifachen.

In der schwer angeschlagenen Autobranche könnte sich die Zahl der Kurzarbeiter nach Expertenmeinung in den nächsten Monaten verdreifachen. Die Zahl der Betroffenen könnte bis zum Frühjahr auf bis zu 300.000 steigen, sagte der Automobilfachmann Ferdinand Dudenhöffer der "Bild"-Zeitung. Das wären rund 40 Prozent der Beschäftigten in der Branche.

Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit hatten die Unternehmen der Automobilbranche bis Ende Dezember für rund 94.000 Beschäftigte Kurzarbeit angemeldet. Seit Montag müssen erstmals seit 15 Jahren rund 39.000 Mitarbeiter verschiedener Daimler-Werke kurzarbeiten. Auch beim Zulieferer Continental wird teilweise weniger gearbeitet. Dagegen endete bei BMW eine verlängerte Weihnachtspause. Kurzarbeit steht dort vorerst nach Firmenangaben ebenso wie bei Ford nicht an. Auch Volkswagen hat bisher keine Kurzarbeit angekündigt.

Der Auftragsbestand der deutschen Autobauer ist nach Angaben des Präsidenten des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), Matthias Wissmann, auf den niedrigsten Stand seit 20 Jahren gesunken. Sollte sich die Absatzkrise fortsetzen, bestehe die Gefahr, dass die Hersteller in der zweiten Jahreshälfte auch Entlassungen in der Stammbelegschaft aussprächen, hatte Wissmann am Wochenende erklärt.

Reuters/AP / AP / Reuters