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Autokrise: Opel verschafft sich Atempause

Im Kampf um sein wirtschaftliches Überleben hat sich Opel etwas Luft verschafft. Einem Zeitungsbericht zufolge konnte der Autobauer seine Zahlungsfähigkeit für weitere vier Monate sichern. Einer der Gründe: der gute Verkaufsstart des Insignia.

Opel hat seine Zahlungsfähigkeit offenbar für weitere vier Monate gesichert. Wie die "Bild"-Zeitung berichtet, konnte der Autobauer eine für Mai drohende Finanzlücke schließen. Opel habe sich unter anderem wegen des guten Verkaufsstarts des Modells Insignia ein kleines Finanzpolster zulegen können, hieß es unter Berufung auf mit den Vorgängen vertraute Personen.

Der Opel-Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz habe bestätigt, dass die Finanzlücke geschlossen worden sei. "Die Liquidität ist gesichert", zitiert ihn die Zeitung. "Wir haben Zeit, um Opel Europa zu bauen." Durch die neue Liquidität wäre Opel auch bei einer Insolvenz seines US-Mutterkonzerns General Motors (GM) nicht sofort in Zahlungsschwierigkeiten, schreibt das Blatt.

Seit Tagen gibt es immer wieder Gerüchte, dass sich der einst weltgrößte Autobauer GM auf eine Insolvenz vorbereitet. GM-Verwaltungsratschef Kent Kresa sieht immer weniger Chancen, GM ohne Insolvenzverfahren sanieren zu können. Die Zeit dafür sei extrem kurz, sagte Kresa am Dienstag in einem Interview mit dem "Wall Street Journal". "Die Wahrscheinlichkeit sinkt, dass wir das ohne ein Insolvenzverfahren hinbekommen." Auch deshalb sucht Opel mit seinen rund 25.000 Mitarbeitern in Deutschland dringend einen Investor, um sich von GM lösen zu können.

Zoff zwischen Rüsselsheim und Bochum

Unterdessen ist zwischen den Opel-Werken Rüsselsheim und Bochum neuer Streit über den Zuschlag für den neuen Astra entbrannt. Anders als bisher zugesichert soll Bochum beim Modellwechsel 2010 nicht mit dem Astra, sondern dem Siebensitzer Zafira starten. Das sei aktueller Stand der Planung, sagte Bochums Betriebsratsvorsitzender Rainer Einenkel der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ). Zurzeit herrsche im Hause Opel die Devise: "Pro Werk nur eine Marke". Aktuell werde diskutiert, "ob Rüsselsheim den Astra produziert". Das wäre das Ende der langjährigen Astra-Schmiede Bochum in bisheriger Form.

Bisher galt als verbürgt, dass die Bochumer Werke weiterhin den Astra in großer Stückzahl bauen. Für den Modellwechsel sollten Anlagen für 460 Millionen Euro im Werk Bochum eingerichtet werden. Noch sei die Entscheidung nicht gefallen, so Einenkel zur "WAZ". Fest stehe aber, dass der neue Astra 2010 zuerst im englischen Ellesmere Port produziert wird. Einenkel fordert: "Astra und Zafira müssen in Bochum bleiben."

AFP/DPA/Reuters / DPA / Reuters