AUTOS Daimler korrigiert angeblich interne Prognose


Offenbar wurde das Chrysler-Ergebnis zu optimistisch eingeschätzt. Der Aktienkurs gab nach Bekanntwerden um mehr als drei Prozent nach.

DaimlerChrysler scheint die Situation seiner US-Sparte in diesem Jahr zu optimistisch eingeschätzt zu haben. Nach einem Bericht des »Handelsblatt« ist die verkappte Gewinnwarnung des Autobauers Anfang Februar offenbar auf die Lage bei Chrysler zurückzuführen. Vorstandschef Jürgen Schrempp ist intern zunächst von einem hohen dreistelligen Millionen-Euro-Gewinn der US-Tochter für dieses Jahr ausgegangen, musste seine Erwartungen jetzt aber revidieren.

Genauere Zahlen morgen

Der Kurs der DaimlerChrysler-Aktie gab bis zum frühen Nachmittag deutlich um 3,34 Prozent nach. Ein Unternehmenssprecher wollte den Bericht nicht kommentieren. DaimlerChrysler will am (morgigen) Mittwoch auf seiner Bilanzpressekonferenz in Sindelfingen seine detaillierten Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr vorlegen. Anfang Februar hatte der DaimlerChrysler-Chef die Prognose für den Betriebsgewinn des Konzerns von 5,5 Milliarden Euro auf »sehr deutlich« mehr als 2,6 Milliarden Euro nach unten korrigiert.

Probleme unterschätzt

Die Daimler-Spitze hat offenbar die Schwierigkeiten auf dem US-Automarkt unterschätzt. Der Konzern hatte in der Vergangenheit angekündigt, dass die US-Sparte im laufenden Jahr die Gewinnzone wieder erreichen soll. Dies halten Analysten inzwischen für zu ambitioniert. So rechnet etwa Christian Breitsprecher von der Deutschen Bank für dieses Jahr bei Chrysler mit einem Betriebsverlust von 900 Millionen Euro, so das »Handelsblatt«. Im vergangenen Jahr wies der Autokonzern nach Steuern ein Minus von 700 Millionen Euro aus. Die Aktionäre sollen eine deutlich geringere Dividende von nur noch einem Euro erhalten.

Konzern-Strategie bleibt gleich

Schrempp will aber trotz Problemen im operativen Geschäft an der bisherigen Konzern-Strategie festhalten. »Wenn es jetzt einzelne Schwierigkeiten gibt, wird ganz schnell von außen die ganze Strategie in Frage gestellt. Warum sollten wir aber unsere Strategie ändern, wenn wir ein operatives Problem haben«, sagte Schrempp dem Nachrichtenmagazin »Focus« am Wochenende. Es gilt vielmehr, das Problem in Ordnung zu bringen. Ziel des Konzerns ist weiterhin, »weltweit die Nummer eins im Automobilmarkt zu werden«. »An den vor einem Jahr für 2002 und darüber hinaus vorhergesagten Zielvorgaben halten wir fest, werden sie aber etwas später erreichen«, so Schrempp. Keines der gesetzten Ziele wird fallen, betonte der Konzernchef. Der Chef der US-Sparte Chrysler, Dieter Zetsche, hat gemeinsam mit seinem Team weiterhin das Ziel, bei Chrysler die Gewinnzone zu erreichen.


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