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Schlichtung erfolgreich: Bahn-Tarifstreit nach einem Jahr beendet

Die Bahnkunden können aufatmen. Streiks der Lokomotivführer in der Urlaubszeit sind abgewendet. Den prominenten Schlichtern gelang nach fünf Wochen die Einigung in dem nervenzerreißenden Tarifkonflikt.

Aufsteller mit den Logos der Deutsche Bahn AG und der Gewerkschaft der Lokführer

Die Bahn und die GDL hatten knapp ein Jahr lang um eine Einigung gerungen

Der Tarifkonflikt zwischen der Deutschen Bahn und der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) ist nach einem Jahr beendet. Beide Seiten hätten sich geeinigt, wie die Schlichter, Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) und Brandenburgs früherer Regierungschef Matthias Platzeck (SPD), in Berlin mitteilten.  "Alles ist unterschrieben, der Tariffrieden ist hergestellt", sagte Platzeck. "Wir haben am Ende einen Abschluss mit Vernunft und Augenmaß hinbekommen." "Damit können alle in Ruhe ihre Urlaubsfahrkarten kaufen", ergänzte Ramelow.

Die Verträge wurden demnach bereits am Dienstag unterschrieben. Die eigentlich auf drei Wochen angelegte Schlichtung war zweimal verlängert worden. Platzeck sagte, zwischenzeitlich habe es auch einen Abbruch gegeben.

100 Zugbegleiter und 300 Lokführer werden eingestellt

Das zentrale Thema seien weniger Belastungen gewesen, erklärte Ramelow. Unter anderem sei der Abbau von Überstunden als Aufgabe für beide Seiten vereinbart worden. 100 Zugbegleiter und 300 Lokführer würden nun zusätzlich eingestellt, kündigte Ramelow an. Es gebe für Arbeitnehmer künftig auch die Möglichkeit, ihre Arbeitszeit zu senken. "Es gibt seit gestern Abend einen Bundesrahmentarifvertrag Zug", sagte der thüringische Regierungschef. Damit ist eine zentrale Forderung der GDL erfüllt. Nach Angaben der Schlichter wurden insgesamt 16 Verträge unterschrieben.

Vor der Schlichtung war der insgesamt ein Jahr dauernde Konflikt festgefahren. Neunmal hatten die Mitglieder der GDL die Züge stehen lassen und den Bahnverkehr in großen Teilen zum Erliegen gebracht. Mit der größeren Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) hatte sich die Bahn im Mai auf einen Tarifvertrag geeinigt.

"Ich lege mir jetzt MMW auf&höre Freiheit"

Das Kernproblem der Auseinandersetzung bestand im Ziel der Lokführergewerkschaft, auch für Berufsgruppen zu verhandeln, für die bisher die EVG die Tarifverträge gemacht hatte, etwa Zugbegleiter, Bordgastronomen und Lokrangierführer. GDL-Chef Claus Weselsky hatte Tarifabschlüsse für jede in der Gewerkschaft organisierte Berufsgruppe verlangt. Die Bahn wollte dabei widerspruchsfreie Regelungen für alle Mitarbeiter unabhängig von deren Gewerkschaftszugehörigkeit erreichen. Für gleiche Tätigkeiten solle es gleiche Bezahlung und gleiche Arbeitszeiten geben.

Ramelow hatte schon am Dienstagabend eine Einigung angedeutet. "Ich lege mir jetzt MMW auf&höre Freiheit, ganz besonders die Stelle: die Verträge sind gemacht!", schrieb er auf Twitter mit Bezug auf den Beginn des Liedes "Freiheit" von Marius Müller-Westernhagen.


mad / DPA