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Bahnstreik "Management bekommt die rote Karte": GDL-Chef Weselsky gibt Bahn-Bossen Schuld am Streik

Sehen Sie im Video: Bahnstreik überrascht viele Fahrgäste – GDL-Chef Weselsky zeigt sich kämpferisch.




Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Deutschen Bahn mussten am Mittwoch eine Menge Fragen beantworten. Denn viele Reisende wurden offensichtlich vom Lokführer-Streik überrascht. Am Mittwoch fuhr nur noch jeder vierte Fernzug, auch S-Bahn-Verbindungen etwa in Berlin waren ausgedünnt. Mitten in der Urlaubszeit traf der Ausstand Hunderttausende Reisende und Pendler. Die Lokführergewerkschaft GDL sprach von rund 700 Zügen, die bereits am Morgen gestanden hätten. Der Arbeitskampf laufe "hervorragend", bilanzierte GDL-Chef Claus Weselsky am Mittwochnachmittag vor Gewerkschaftsmitgliedern: "Wir kämpfen dafür, dass die Renten der Eisenbahnerinnen und Eisenbahner erhalten bleiben. Wir kämpfen dafür, dass die Einkommenserhöhung im Jahr 2021 kommt. Dass mit einer Corona-Prämie anerkannt wird, dass ihr gemeinsam mit vielen Tausend anderen Eisenbahnerinnen und Eisenbahnern den Zugverkehr in widrigsten Zeiten aufrecht erhalten habt. Das ist die Botschaft. Und deswegen bekommt dieses Konzernmanagement die rote Karte. Und von euch schlußendlich den Streik geliefert." Laut der Bahn funktionierte zumindest der Not-Fahrplan stabil. Während im Fernverkehr ein Viertel der Züge fuhren, waren es demnach im Nahverkehr rund 40 Prozent. Hier fahren auch Konkurrenz-Bahnen, die von der GDL nicht bestreikt werden. Konzernsprecher Achim Stauß: "Aber am Ende doch ein planbares und stabiles Angebot für die Fahrgäste. Gleichwohl sind viele Züge auch sehr voll gewesen, was in diesen Zeiten natürlich nicht ideal ist. Aber die Verantwortung dafür hat die Lokführer-Gewerkschaft, die ihr Versprechen gebrochen hat. Und sehr kurzfristig, nämlich nur mit 15 Stunden Vorlauf diesen massiven bundesweiten Streik angekündigt hat." Die Bahn bat ihre Kunden, wenn möglich, von Reisen abzusehen. Die Tickets seien flexibel bis 20. August nutzbar. Im Güterverkehr warnte der Konzern vor einem Riss der Lieferketten. Kraftwerke und große Industriebetriebe könnten aber mit großem Aufwand noch beliefert werden.
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Der Lokführer-Streik hat die Deutsche Bahn bundesweit mit Wucht getroffen und für zahlreiche Zugausfälle und Verspätungen gesorgt. GDL-Chef Weselsky hat aber eine andere Schlagrichtung als die Bahnkunden im Blick.

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