Bars und Immobilienbranche Organisierte Kriminalität verdient ganz legal Geld


Jedes Jahr landen die milliardenschweren Einnahmen aus illegalen Machenschaften in regulären Geschäften. So investieren die Mafia und Verbrecherbanden in Bars, Immobilien oder den Lebensmittelhandel.

Die Organisierte Kriminalität erwirtschaftet laut einer Studie europaweit jährlich Milliardenbeträge und reinvestiert Gewinne zum Teil in die legale Wirtschaft. Diese Schätzung geht aus einer EU-weiten Untersuchung der Katholischen Universität vom Heiligen Herzen in Mailand hervor, die am Montag der EU-Kommission in Brüssel vorgestellt wird. Die Umsätze aus kriminellen Geschäften insgesamt werden demzufolge auf etwa 100 Milliarden Euro geschätzt. Europaweit investiere die Organisierte Kriminalität vor allem in die Baubranche, das Logistikgewerbe, den Lebensmittelhandel sowie Bars und Restaurants. In Deutschland gebe es auch Nachweise für Aktivitäten in der Immobilienbranche und im Sicherheitsgewerbe.

Zur Organisierten Kriminalität zählen Banden mit mafiösen Strukturen, die ähnlich wie ein Unternehmen aufgebaut sind. Allein in Europa sind laut einem EU-Bericht mindestens 3600 Verbrecherorganisationen tätig, die jedes Jahr einen wirtschaftlichen Schaden in dreistelliger Milliardenhöhe verursachen. Sexuelle Ausbeutung und Zwangsprostituation allein würden jährlich rund 25 Milliarden Euro in die Kassen von Menschenhändlern und Zuhältern spülen. Auch mit illegalem Organ-Handel verdienen die Verbrecher im Jahr bis zu 26 Milliarden Euro. Den materiellen Schaden allein in Deutschland bezifferte das Bundeskriminalamt 2012 mit 1,1 Milliarden Euro.

kg/dpa DPA

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